#Achtsamkeit #Mentale Gesundheit

Akku leer? So kannst du dich trotz Stress und Überarbeitung erholen

“Na, arbeitest du eigentlich gerade auch in diesem Home-Office?”, wurde eine unserer Kolleginnen vor kurzem von ihrer Großtante gefragt. Was früher für viele von uns – vor allem die ältere Generation – ein sehr abstraktes Konstrukt war, ist im Schnellzug zum Alltag geworden. 

Aktuell arbeitet jede*r Vierte (25 Prozent) aus dem Home-Office. Auf weitere 20 Prozent trifft das teilweise zu, weil sie an nur einigen Arbeitstagen von zuhause arbeiten. Insgesamt ist damit jede*r zweite Deutsche (45 Prozent) zumindest teilweise im Home-Office (Bitkom). Doch, was ist denn eigentlich mit denen, die sich nicht auf die Couch lümmeln können?

Um so eine Gesellschaft aufrechterhalten zu können, braucht es Menschen, die gewisse Prozesse am Laufen halten und ihre – nicht selten sehr anstrengenden Berufe – weiterhin ausführen müssen. Damit meinen wir Pflegepersonal in Krankenhäusern, Ärzt*innen, Paketlieferant*innen, Supermarktverkäufer*innen, Sozialarbeiter*innen, Alten- und Krankenpfleger*innen, Lehrer*innen, Verkäufer*innen und viele mehr. Wie fühlt es sich an, wenn das Verkriechen zuhause keine Option ist?

In diesem Artikel möchten wir deshalb das Thema Entspannung trotz Arbeit am Limit beleuchten und euch mit Möglichkeiten der Ruhe inspirieren.

Jede*r Zweite ohne Home-Office-Möglichkeit ist neidisch

Aktuelle Zahlen des „Future of Work Reports 2021“ belegen: Für vier von zehn Arbeitnehmer*innen ist Heimarbeit (43 Prozent) keine Option, sie müssen weiterhin zur Arbeit. Mehr als jede*r Zweite (54 Prozent) gab dabei an, die von zuhause arbeitenden Berufstätigen zu beneiden. Mehr als 35 Prozent wären sogar dazu bereit, den Job zu wechseln, um ebenfalls aus dem Home-Office arbeiten zu können. Fast genauso viele würden dafür auch nur den Arbeitgeber wechseln. 

Der Hauptgrund scheint hier die Sorge vor einer Ansteckung zu sein. Laut einer Befragung des Portals Lohnspiegel, gaben mehr als die Hälfte der Beschäftigten im Bereich Erziehung, Sozialarbeit und Heilerziehungspflege (57 Prozent) an, Angst vor einer berufsbedingten Ansteckung zu haben. 

Doch, es gibt auch andere Stimmen, die zu Wort kommen möchten. Menschen, die sich nicht vor dem Virus fürchten und zufrieden sind, das Haus verlassen zu dürfen. In einem Beitrag vertraut Katharina Lorenz, Verkäuferin in einem Bio-Supermarkt im Münchner Umland, dem Magazin “Dear Work” folgendes an: 

“Ich bin erleichtert, dass ich zwei Tage pro Woche arbeiten gehen darf. Klar gibt es im Biomarkt ein erhöhtes Risiko sich anzustecken, aber ich bin trotzdem froh, mal  rauszukommen. Ich stehe hinter der Theke mit anderthalb Metern Sicherheitsabstand und viele Kunden tragen Mundschutz und Handschuhe. Ich selbst trage aus hygienischen Gründen natürlich auch Handschuhe.”

Ob du froh darüber bist, das Haus für den Job verlassen zu dürfen oder es dich in Sorge versetzt – in jedem Fall sitzt der Stress im Nacken. Denn, selbst diejenigen, die keine Sorge haben, sich anzustecken, spüren die gesellschaftlich angespannte Lage und nehmen die Ängste derer auf, mit denen sie zwangsmäßig bei der Arbeit konfrontiert sind.

“Grenzen setzen” heißt das Zauberwort für mehr Seelenfrieden

Manchmal bekommt man das Gefühl, dass die momentane Situation für vielerlei Rechtfertigungen herhalten muss. Das könnte auch für eine überschaubare Zeit funktionieren, allerdings leben wir nun schon seit mehr als einem Jahr in diesem “Ausnahmezustand”.

Ein Ausnahmezustand, der es für viele von uns – vor allem diejenigen, die täglich zur Arbeit müssen – fast schon selbstverständlich macht, mehr zu leisten und die eigenen Grenzen zu verleugnen.

Nun, Körper und Geist machen das – je nach Mensch– immer nur eine ganz bestimmte Zeit mit und dann folgt meist die psychosomatische Quittung mit Symptomen wie Schlafstörungen, Magenproblemen, Depressionen oder Burnout. So weit müssen wir es allerdings nicht kommen lassen, wenn wir den Signalen unseres Körpers und Geistes zuhören und ihnen vertrauen. 

Denn, nur ein gesunder Mensch kann zu einem gesunden System beitragen. Wenn wir alle mit der Gesundheit bei uns selbst anfangen, dann müssten wir uns keine Sorgen um das große Ganze machen. Allerdings bedarf dies einer achtsamen Analyse des Ist-Zustandes. Diese könnte folgendermaßen lauten:  

  • Wie fühlen sich mein Körper und Geist nach einem Arbeitstag?  
  • Habe ich Schmerzen, die schon länger anhalten und ich nicht behandle? 
  • Wie geht es mir nachts vor dem Einschlafen? Worum kreisen meine Gedanken? 
  • Was mache ich täglich mit Widerwillen und habe eigentlich überhaupt keine Lust darauf? 
  • Wie wirke ich einem stressigen Arbeitstag entgegen, um wieder zur Ruhe zu kommen und einen Ausgleich zu schaffen?

Bereits dieser kleine Spickzettel mit Fragen kann dir dabei helfen, eine Evaluation deines Status Quos durchzuführen.

Die guten Nachrichten sind: Das Werkzeug hierfür ist von Geburt an in dir verankert. Es heißt Intuition – das berühmt-berüchtigte “Bauchgefühl”.

Der Weg zu mehr Seelenfrieden besteht darin, ständig damit in Kontakt zu sein und zu erspüren, wenn sich etwas für dich nicht richtig anfühlt. Und, das ist dann genau der richtige Moment auf den Tisch zu hauen und zu sagen: “Ich weiß, diese Aufgabe muss erledigt werden, allerdings fühle ich mich gerade dazu nicht in der Lage” oder “Ich fühle mich täglich überfordert, was können wir tun, damit ich entlastet werde?”. 

Tipps, um trotz eines harten Arbeitstages zur Ruhe zu kommen 

1. Erde dich und sorge für ausgleichende Bewegungen

“Noch mehr Bewegung?” fragst du dich jetzt vermutlich. Ja, genau, denn die Bewegungen, die du täglich auf der Arbeit verrichtest, sind in der Regel einseitig. Als Paketbot*in beispielsweise wirst du immer wieder die gleichen Muskelgruppen beanspruchen und deinen Körper so nur einseitig fordern.

Hierbei geht es weniger darum, Kalorien zu verbrennen als wieder mit deinem Körper in Kontakt zu kommen. An einem normalen Arbeitstag sind wir in der Regel so sehr im Autopiloten, dass wir die Bewegungen roboterartig und automatisch ausführen.

Um dich nach einem harten Arbeitstag zu erden, wird es dir helfen, eine ganz andere Art der Bewegungen auszuprobieren.

In unserer Humanoo-App findest du zahlreiche Möglichkeiten, um verschiedenste Arten der Bewegung für dich zu testen – von Yoga über Pilates bis hin zu Boxen ist alles dabei – und das sogar auf Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch.

2. Baue bewusste Entspannungsmomente in deinen Alltag ein

Eine alte Zen-Weisheit sagt: „Meditiere 20 Minuten täglich, es sei denn du hast keine Zeit, dann meditiere eine Stunde.“ Du wirst jetzt vielleicht ungläubig den Kopf schütteln und denken “Wo soll ich denn zwischen Vollzeitjob, Homeschooling und eigenen Problemen noch Zeit finden?”, aber lass dir gesagt sein: Auch das ist eine faule Ausrede (sorry, not sorry!).

Denn Entspannung, Yoga und Meditation ist nichts, wofür du dir zwingend Zeit nehmen musst, sondern ein Lebensstil, den du in jeden Moment deines Alltags tragen kannst. Du fragst dich, wie?

Wenn du das nächste Mal gelangweilt in der Bahn sitzt oder genervt in einer Schlange an der Kasse stehst, entscheide dich dafür, NICHT das Handy herauszuholen, sondern die Augen zu schließen und drei Mal ganz tief durchzuatmen. Scanne einmal durch deinen Körper und spüre dich.

Am meisten merkst du es sicherlich beim Schlafengehen, wenn du im Bett nochmals deinen ganzen Instagram-Feed abscrollst bis du auf dem neuesten Stand bist.

Bestimmt weißt du bereits, dass das gar nicht so gesund ist. Eine Studie ergab nämlich, dass die Verwendung von Mobiltelefonen vor dem Schlafengehen deinen Schlaf beeinträchtigt und Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen und sogar Depressionen auslösen kann.

Einen entspannteren Schlaf hättest du in jedem Fall, wenn du das Telefon mindestens zwei Stunden vor dem Schlaf beiseite legst und dich anderen Dingen wie einer Schlafmeditation oder einem Buch widmest.

In unserer Humanoo-App findest du zahlreiche Optionen, einen gesunden Schlaf einzuleiten – beispielsweise mit einer Klangmeditation.

3. Falls nichts mehr geht, wird dich die Natur zur Ruhe bringen


Alle Antworten, nach denen wir Menschen uns sehnen, finden wir in der Natur. Die Natur weiß sich zurückzuziehen, wenn es Zeit dafür wird und auch wieder aufzublühen, wenn alles dafür bereit ist.

Studien belegen, dass bei einem Spaziergang im Grünen das Herz messbar langsamer schlägt, der Blutdruck fällt und sich unsere Muskeln entspannen. So fallen die 10 Kilo, die du so auf deinen Schultern mit dir herum schleppst wie von allein ab und positive Empfindungen werden spürbarer.

Forscher*innen der University of Essex haben sogar herausgefunden, dass nur 5 Minuten beispielsweise beim Gärtnern, Spazierengehen oder Angeln ausreichen, damit dein Selbstwertgefühl steigt und es dir deutlich besser geht. Laut Psycholog*innen sind Stimmung und Selbstwertgefühl die wichtigsten Indikatoren für psychische und körperliche Gesundheit.

Findest du immer noch, dass du keine Zeit für Entspannung hast?

Wir hoffen, dass wir dich mit diesem Beitrag dazu inspirieren konnten, zukünftig klare Grenzen zu setzen, wenn du dich überarbeitet fühlst und Entspannung als etwas zu sehen, das in jedem Moment deines Alltags gelebt werden kann.

Ob du nun im Home-Office sitzt oder 8 Stunden auf deinen Beinen stehst: Stress wird von Mensch zu Mensch anders empfunden und jeder von uns hat das Recht, in solch einer angespannten Zeit nicht die beste Version seiner Selbst zu sein. Da darf auch mal ab und an der Geduldsfaden reißen – egal, ob aufgrund des Homeschoolings, Home-Office-Isolation oder den nervigen Kunden im Geschäft.

Wichtig ist nur, dass du auf die Signale deines Körpers und Geistes hörst und deine Bedürfnisse an die erste Stelle beförderst. So werden auch andere dir zukünftig mit mehr Respekt begegnen und du schon ganz bald entspannter durch einen chaotischen Alltag kommen.

Wir freuen uns jedenfalls, dass wir dir dabei virtuell die Hand halten dürfen.

Dein Humanoo-Team 

Written by Karina Schönberger

Originally published on 11. April 2021

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