#Gesundheit #Wohlbefinden

Körperbewusstsein von Männern und Frauen im Vergleich

Der Monat August steht bei uns unter dem Motto #bodyimage und Körperbewusstsein. Wir haben bereits herausgefunden, dass selbst ein paar Minuten täglich, in denen du dich deinem Körper widmest, positive Auswirkungen auf dein Selbstbewusstsein und deine Selbstwahrnehmung haben und damit zu einem glücklicheren Leben führen können. 

In unseren letzten beiden Magazin-Beiträgen haben wir uns angeschaut, wie ein gesundes Körperbewusstsein geformt wird, wo es ansetzt und dir praktische Tipps zusammengestellt, wie du auch im stressigen Alltag ein gesundes Verhältnis zu deinem Körper pflegen kannst. 

Heute wollen wir einen Exkurs wagen und untersuchen, ob es Unterschiede dabei gibt, wie Frauen und Männer ihre Körper wahrnehmen und wie gesund sie sind. Wir fragen uns deshalb in diesem Beitrag: Welche Unterschiede gibt es bei der Körperwahrnehmung und der Gesundheit zwischen Mann und Frau? Wie kann man mit Herausforderungen umgehen und: Wie können vor allem Männer besser zu ihrem Körper stehen ohne gleich als Weichei abgestempelt zu werden? 

Männer und Frauen: Wo liegt eigentlich der Unterschied?

Von dem Tag unserer Geburt wird unser Geschlecht anhand unserer Geschlechtsmerkmale festgesetzt: weiblich oder männlich. Diese Einteilung zieht viele weitere psychosoziale und gesellschaftliche Bewertungen mit sich, von denen wir einige in diesem Artikel untersuchen möchten. 

Vorerst schauen wir uns aber die biologische Seite einmal an. Unterscheidet sich das weibliche vom männlichen Gehirn? Den Beweis dafür liefern Neurowissenschaftler, die die Gehirne von mehr als 1400 Personen analysiert haben und zu dem Entschluss gekommen sind, dass das Geschlecht keinen Einfluss auf die Funktionsweise und Struktur des Gehirns hat.

Direkt an dieser Stelle können wir also schon Abstand nehmen von Klischees wie “Frauen sind besonders empathisch” und “Männer können super räumlich denken”. Eines steht nämlich fest: Es gibt kein “typisches” Männer- oder Frauengehirn – obwohl der Mythos sich zugegebenermaßen gut hält. 

Auch Marco Hirnstein, Neurowissenschaftler der Universität Bergen in Norwegen, betonte in einem seiner Interviews: „Neurowissenschaftler können einem Gehirn nicht ansehen, ob es einem Mann oder einer Frau gehört. Männer und Frauen sind sich ähnlicher, als dass sie verschieden sind.” 

Wieso machen wir das also alles eigentlich? Ist “Mensch” nicht gleich “Mensch”? Nun ja, so ganz einfach kommen wir nicht davon. Schließlich leben wir in einer Welt der Polaritäten, die uns dabei helfen, uns als Menschen zurechtzufinden. 

Gemeint ist damit, dass alles im Leben immer zwei Seiten hat, so wie: 

  • “Tag und Nacht”
  • “gut und böse
  •  “schwarz und weiß” 
  • “schön und hässlich”
  • “weiblich” und “männlich” 

Seit Urzeiten gehört es also zum Menschsein dazu, dass wir uns so eine Ordnung erschaffen.

Das Prinzip “weiblich” und das Prinzip “männlich”: Yin und Yang

Um ein tieferes Verständnis zu erlangen, kann es helfen, sich das Prinzip der Weiblichkeit und das Prinzip der Männlichkeit anzusehen. Es ist zumindest schon mehrere Jahrtausende alt und lässt uns Männlichkeit und Weiblichkeit aus einer anderen Perspektive betrachten.

Viele von euch kennen dieses Prinzip vom Yin und Yang Symbol, das aus der chinesischen Philosophie stammt. Die schwarze Farbe in diesem Symbol steht für die weibliche Energie (Yin) und der weiße Anteil steht für die männliche Energie (Yang). Diese beiden Anteile stehen nicht in Konkurrenz, sondern ergänzen sich und führen nur gemeinsam zu einer Ganzheit.

In der yogischen Lehre finden wir die Weiblichkeit verkörpert als “Shakti” (Mond) und die Männlichkeit als “Shiva” (Sonne). In vielen anderen religiösen Lehren wird dieses Konzept immer wieder aufgegriffen beispielsweise durch “Mutter Erde” und “Vater Himmel”.

Wichtig zu wissen, ist, dass unser Geschlecht immer beide dieser Energien in unterschiedlicher Ausprägung verkörpert. Demnach haben Männer sowohl weibliche als auch männliche Energie in sich und Frauen sowohl männliche als auch weibliche.

Die weibliche Energie wird grob definiert als:

  • bringt Ideen in ihre Verwirklichung 
  • geht in die Tiefe und ist emotional 
  • ist kreativ und erschafft Leben
  • ist gekennzeichnet durch Hingabe und Passivität 

Die männliche Energie:

  • verkörpert den Impuls 
  • ist kämpferisch und auf ein Ziel ausgerichtet 
  • schützt die weibliche Energie und gibt ihr einen “Raum”
  • ist gekennzeichnet durch Struktur und Aktivität

Der bekannte Schweizer Psychiater C.J. Jung war von der Weisheit der chinesischen Philosophie tief begeistert und bezeichnete die unbewusste männliche Seite in der Persönlichkeit der Frau als “Animus” und die unbewusste weibliche Seite in der Persönlichkeit des Mann als “Anima”.

Wir wissen nun also, dass jedes Geschlecht (ob Mann oder Frau) immer beide Energien in sich trägt. Falls also beispielsweise unser männliches Ich in einer Situation zu sehr dominiert, wird sich das weibliche Ich nicht gebraucht fühlen und zurückziehen.

Das ist mal in Ordnung und auch notwendig. Allerdings können solche Dysbalancen langfristig zu Blockaden, Unwohlsein oder Krankheiten führen. Es ist also notwendig, uns Menschen als Ganzheit dieser beiden Energien zu begreifen und für ihren natürlichen Ausgleich zu sorgen, um ein entspanntes und glückliches Leben zu führen.

Das Gesundheitsparadox zwischen Männern und Frauen

Um ein tieferes Verständnis zu erlangen, kann es helfen, sich das Prinzip der Weiblichkeit und das Prinzip der Männlichkeit anzusehen. Es ist zumindest schon mehrere Jahrtausende alt und lässt uns Männlichkeit und Weiblichkeit aus einer anderen Perspektive betrachten.

Frauen achten mehr auf die Gesundheit ihres Körpers

Die “Welt-Gesundheits-Statistik” der WHO bestätigt, dass Frauen immer noch insgesamt viel gesünder leben als Männer, die eher weniger körperbewusst sind.

Auf die Frage, weshalb es so ist, hat die WHO folgende Antworten gefunden:

  • Oftmals leben Männer ungesünder als Frauen. 
  • Männer gehen viel seltener zum Arzt als Frauen. 
  • Männer sterben häufiger an unnatürlichen Todesursachen wie Verkehrsunfällen oder Tötungsdelikten. 
  • Männer erkranken häufiger als Frauen an Herzerkrankungen, Lungenkrebs, Schlaganfall, Leberzirrhose, Tuberkulose, u.a.

Außerdem rauchen Männer mehr und trinken mehr Alkohol und auch die Suizidraten sind hier um 75 Prozent höher als bei Frauen, so die WHO.

Auch andere Studien fanden heraus, dass Frauen besser aufgestellt sind, wenn es ums Körperbewusstsein geht und damit positiv zu ihrer Gesundheit beitragen.

Kein Wunder, denn in jedem Frauenmagazin finden wir unzählige Artikel zum Thema Körperbewusstsein – bei den Männern sieht es eher düster aus. Es scheint also immer noch ein Tabuthema zu sein.

Nicht umsonst werden Männer oftmals als Vorsorgemuffel oder arztscheu gesehen. Schließlich geht “krank sein” nicht mit den starken Attributen einher, mit denen man sich als das “starke Geschlecht” identifizieren möchte.

Der Druck “stark sein zu müssen” wirkt sich auf die Gesundheit aus


Woran liegt es also, dass Männer sich so viel weniger um ihren Körper und Geist sorgen als Frauen? Frank Sommer von der Arbeitsgemeinschaft Männergesundheit bei der Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention meint, dass hier die Angst dominiert, als “Weichei” gesehen werden zu können.

Gabriele Fröhlich-Gildhoff, Chefärztin der Abteilung für Psychosomatik/ Psychotherapie der Wicker-Klinik erklärt, dass Studien zur psychosozialen Situation des Mannes darauf hinweisen, dass Männer nach wie vor unter dem beständigen gesellschaftlichen und in der Folge verinnerlichten Druck stehen, ihre Männlichkeit immer wieder unter Beweis stellen zu müssen.

So kann es passieren, dass Ängste, Schmerzen und Sorgen entweder weggeschoben oder gar nicht erst wahrgenommen werden, um nicht als “schwach” zu gelten. Das bringt allerdings gar nichts und erhöht nur den Druck krank zu werden, was wiederum die “Stärke” des Mannes in Frage stellen würde.

Genau dieser Teufelskreis muss unterbrochen werden, um das Körperbewusstsein und die ganzheitliche Gesundheit von Männern in Balance zu bringen. 

Gesundes Körperbewusstsein auf allen Ebenen

Wenn man sich diese ganzen Zahlen so ansieht, ist es nicht mehr verwunderlich, dass die meisten Präventionskonzepte zum Thema Körperbewusstsein und -gesundheit auf Frauen ausgelegt sind – Männer werden hier als Zielgruppe gern einmal vernachlässigt.

Um vor allem auch Männer ins Boot zu holen und ihnen die Vorsorge zu erleichtern, gibt es viel zu tun bei den momentan Präventionsangeboten. Vor allem müssen sie als Zielgruppe gesehen und entsprechend angesprochen werden. Es ist wichtig, vor allem Männern zu vermitteln, dass es nichts mit “Schwäche” zu tun hat, sich vorsorglich um seinen Körper und Geist zu kümmern und auch ab und zu ihre weibliche Seite zu stärken ohne gleich als “Weichei” tituliert zu werden.

Wir von Humanoo möchten hier einen Teil beitragen und deshalb das Thema Körpergesundheit auch bei Männern mehr in den Fokus rücken. In über 1.500 Coachings aus den Bereichen Bewegung, Achtsamkeit und Ernährung kannst du dich langsam herantasten und in deinem persönlichen Raum testen, ob es dir und deinem Körper und Geist gut tut. 

Wir hoffen sehr, dass dich diese Beitragsreihe inspiriert hat, deinen Körper noch bewusster wahrzunehmen und zu erkennen, welche Signale er dir sendet. Falls du Feedback, Tipps oder eigene Erfahrungen mit uns teilen möchtest, freuen wir uns von dir zu hören.

Wir wünschen dir alles Liebe auf deinem Weg zu einem gesunden Körperbewusstsein.
Dein Humanoo Team

Written by Humanoo experts team

Written by Lisa Moldenhauer

Originally published on 23. August 2020

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