#Achtsamkeit #Mitarbeiterzufriedenheit

Home, Sweet Home?! Was Home Office körperlich und mental mit uns macht

“Home-Office – Wenn alles nervt” heißt es in einer aktuellen Schlagzeile der Süddeutschen Zeitung. Was sich einst viele von uns ungeduldig herbeisehnten, scheint heute kontrovers diskutiert zu werden: Das Arbeiten von Zuhause.

Im Moment arbeitet jede*r Vierte Deutsche ausschließlich im Home-Office, das sind 10,5 Millionen Berufstätige. Weitere 20 Prozent arbeiten nicht an allen, aber an einigen Tagen der Woche. Damit arbeitet derzeit jede*r Zweite (45 Prozent) von zuhause aus. Das bestätigen die Zahlen, die der Digitalverband Bitkom vor einiger Zeit veröffentlicht hat. 

Wofür viele von uns kämpfen mussten und wovon einige von uns nur träumen konnten, schien ab März 2020 auf einmal ganz schnell zu gehen. Doch nun sind wir uns nicht mehr so sicher, ob das Arbeiten von zuhause wirklich so erstrebenswert ist.


Im „Bericht zur Anatomie der Arbeit 2021“ stellt Asana, ein amerikanischer Hersteller einer Arbeitsorganisationssoftware, alarmierende Zahlen vor: 71 Prozent der Angestellten litten den Befragungen zufolge 2020 unter Burnout-Symptomen und 87 Prozent machten Überstunden im Home-Office. 

Woran liegt es, dass das früher so heiß begehrte Home-Office auf einmal droht uns mental instabil und körperlich krank zu machen? Und, viel wichtiger: Gibt es Möglichkeiten und Wege, wie wir die neu gewonnene Freiheit sinnvoll nutzen und dabei im Gleichgewicht bleiben können?

In diesem Artikel widmen wir uns diesen Fragen und beleuchten die Vor- und Nachteile der New-Work-Bewegung. Sowohl Arbeitgeber als auch Angestellte und Selbstständige werden nicht drumherum kommen, sich mit diesen Themen in der nahen Zukunft auseinanderzusetzen und einen Weg zu finden, um Körper und Geist im Gleichgewicht zu halten. 

Team Pro: Weshalb wir das Home-Office einfach nur lieben können 

  • Größere Flexibilität lässt mehr Platz fürs Privatleben.

    Während man früher Termine, Hobbies und Hausarbeiten aufs Wochenende oder auf nach dem Feierabend geschoben hat, können wir im Home-Office unsere Aufgaben freier und selbstständiger koordinieren. So kannst du wichtige Termine auch zwischendurch erledigen. Sechs von zehn Befragten gaben bei einer Befragung von Bitkom an, dass ihnen das Home-Office dabei hilft, Berufs- und Privatleben besser vereinbaren zu können. 

  • Schärferer Fokus führt zu besserer Produktivität.

    Du kennst das doch bestimmt auch: Man hat sich gerade so richtig schön in eine Aufgabe eingearbeitet, da kommt ein Kolleg*in und quatscht dich von der Seite an. Und schwups, ist man raus aus dem Flow. Wenn das mehrmals während eines Tages passiert, kann es dazu kommen, dass die täglichen To-Dos liegen bleiben.

    Das Schöne: Im Home-Office reißt dich niemand so einfach aus dem Workflow, weshalb viele von uns ihre Produktivität hier auch besser einschätzen. Laut einer Befragung von Bitkom schätzt jede*r Vierte seine Produktivität im Home-Office “deutlich höher” ein, jede*r Dritte “etwas höher”.  

  • Mehr Privatsphäre bietet Gelegenheit für Rückzug.

    In den eigenen vier Wänden zu arbeiten, bedeutet auch, mehr Privatsphäre zu genießen. Besonders für Menschen, die eher introvertiert sind, kann das ein wahrer Segen sein und weniger Stress bedeuten.

    Während man sonst vielleicht in einem Großraumbüro sitzt und die privaten Telefonate von den Kolleg*innen nebenan mitbekommt, kannst du dich bei der Heimarbeit ganz auf dich selbst konzentrieren. Das bietet viele Momente für Rückzug und steigert die Stressresistenz. . 
  • Größere Zeitersparnis eröffnet Räume für Freizeit.

    Durch den Wegfall des Arbeitsweges freuen sich viele über die hinzugewonnene Zeit. Die kann man für so einiges nutzen: Spaziergänge im Kiez oder im Wald, eine ausgiebige Morgenroutine, Zeit für die Familie oder wertvolle Me-Time.

    Auf die Frage, welche positiven Erfahrungen die Befragten im Home-Office gemacht haben, antworteten 80 Prozent bei einer Bitkom-Befragung, dass sie sich über weniger Stress freuen, weil der Arbeitsweg wegfällt. 
  • Mehr Vertrauen und weniger Kontrolle.

    Vor allem Führungskräfte lernen bei dieser Form des Arbeitens eines: Auch mal loszulassen, denn im Home-Office hat man seine Mitarbeiter nicht mehr im Blick. So lässt sich wesentlich weniger kontrollieren als noch im Büro und man muss sich gezwungenermaßen im Vertrauen üben.

    Vertrauen in seine Mitarbeiter zu haben, wirkt sich positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung und trägt dazu bei, dass gern auch mehr Verantwortung übernommen wird. 

Team Contra: Welche Schattenseiten das Home-Office mit sich bringt

  • Ständige Einsamkeit führt zum Gefühl der Isolation.

    Das Wohlbefinden von uns Menschen hängt nunmal davon ab, dass wir miteinander in Verbindung treten und uns austauschen – sowohl körperlich als auch mental. Das beweisen zahlreiche Studien.  

    Viele Arbeitgeber*innen mussten gezwungenermaßen so schnell auf Home-Office umstellen, dass sie noch mit den technischen Herausforderungen kämpfen statt sich Gedanken darüber zu machen, wie sie die Menschen und Teams näher zueinander bringen.

    Wenn Möglichkeiten für einen tiefen Austausch fehlen, fühlen wir uns isoliert und allein gelassen. Das kann zu Phasen der Depression, Niedergeschlagenheit und Motivationslosigkeit führen.

    Es liegt deshalb in der Verantwortung eines jeden Arbeitgebers, Räume des Austauschs zu schaffen und den Mitarbeiter*innen – vor allem digital – das Gefühl von Verständnis, Wärme und Zusammenhalt zu geben.
  • Weniger Austauschmöglichkeiten lassen Erfolge seltener sichtbar werden.

    Im Büro tauschen wir uns öfter aus, was dazu führt, dass wir den Workload und die Projekte unserer Kollegen besser kennen und verfolgen können. Das schafft einen guten Nährboden, um Erfolge gemeinsam zu feiern und sich für abgehakte To-Dos anzuerkennen.

    Im Home-Office fällt das weg, weil wir hier mehr auf uns allein gestellt sind und uns weniger austauschen. Das kann dazu beitragen, dass unsere Errungenschaften und Erfolge unter den Tisch fallen und einfach nicht mehr gesehen werden. Langfristig kann das Selbstbewusstsein darunter leiden und die Motivation flöten gehen. 
  • Chaos durch mangelnde Organisation fördert Stressempfinden. 

    Während man im Büro noch kurz den Sitznachbarn anhauen konnte, um eine Nachfrage zu stellen, werden heute Meetings angesetzt. Das führt nicht selten dazu, dass auf einmal der Terminkalender voller Meetings ist und uns wenig Zeit für die eigentliche Arbeit bleibt.

    Asanas Bericht “Anatomy of Work 2021” unterstreicht diese Aussage. Fehlende Klarheit über Rollenverteilung, Verantwortlichkeiten und Zielsetzungen führt zu mehr Nachrichten, Meetings und Tools, die einen nur noch mehr verwirren. Dem Report zufolge werden 13 Prozent der Arbeitszeit mit Aufgaben verbracht, die bereits erledigt wurden – 2019 waren es noch 10 Prozent.
  • Weniger Interaktion führt dazu, dass wir unsere Bedürfnisse schleifen lassen.

    Die Tatsache, dass es Tage gibt, an denen uns niemand mehr sieht, führt dazu, dass wir uns öfter mal hängen lassen und den Bedürfnissen unseres Körper und Geistes nicht mehr ganz so gut zuhören.

    Wir schenken den Dingen, die uns gut tun, weniger Aufmerksamkeit. Sei es, morgens lang zu duschen, uns ausgiebig einzucremen und uns etwas anzuziehen, das man weder als Pyjama noch als Jogginghose bezeichnen könnte.

    Die Verantwortung unseren Körpern gegenüber kann dabei auf der Strecke bleiben, was wiederum zu mehr Trägheit, Unproduktivität und weniger Ausdauer führen – sowohl mental als auch körperlich. 

Wie mangelnde körperliche Bewegung deinen Geist verwelken lässt

Angesichts der weltweiten Situation schlagen viele Sportmediziner*innen Alarm. Sie gehen nämlich davon aus, dass der fortwährende Bewegungsmangel zu einem Anstieg ernsthafter Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen führen wird.

Dem Deutschen Krebsforschungszentrum zufolge, lassen sich 7 Prozent aller Todesfälle auf einen direkten Bewegungsmangel zurückführen. Sie befürchten, dass das Home-Office aufgrund von mangelnder Bewegung zu Todesfällen führen wird, wenn Arbeitgeber*innen, Angestellte und Selbstständige nicht entgegenwirken.

Diese Aussagen und Zahlen haben auch unsere Ohren spitzen lassen. Deshalb haben wir uns zusammengesetzt und überlegt, wie wir einen positiven Beitrag leisten können, um dich zu mehr Bewegung anzuspornen. Aus diesem Grund haben wir die Pimp your Home Office Step Challenge ins Leben gerufen.

Die Idee: Mit Unternehmen wie Zalando, Würth und vielen anderen zählst du vom 1. bis 31. März deine Schritte. Frei nach dem Motto: Gemeinsam gegen den Home-Office Blues. Zu gewinnen gibt es Preise, die dein Home-Office Space zu einer wahren Arbeitsoase machen und dich morgens noch lieber an den Schreibtisch setzen lassen. 

Haben wir deine Neugier geweckt? Dann schau doch einmal mal auf unserer Aktionsseite vorbei und melde dich an!

Home-Office: Wie kriegen wir das Ruder herumgerissen?

Obwohl viele anfangs noch vor Freude getobt haben, kommen so langsam auch die Schattenseiten des Home-Offices ans Licht. Die Stimmen der Kritiker*innen werden immer lauter und formulieren berechtigte Fragen, denen sich vor allem Arbeitgeber*innen stellen müssen.

Wie mit allem im Leben, ist es auch mit dem Home-Office: Die Dosis macht das Gift. Jeder Mensch ist einzigartig und hat ganz eigene Bedürfnisse, die erfüllt werden möchten.

Es ist also wichtig, dich auf dich zu besinnen und dich zu fragen, was deinen Geist und Körper glücklich macht. Das kann ein morgendlicher Spaziergang sein, ein Mittagessen fern von jeglichen digitalen Geräten, ein aufbauendes Gespräch mit einer Kolleg*in oder aber ausreichend Bewegung, um dich im Gleichgewicht zu halten. Wichtig ist auch hier, dass du ganz achtsam deinem Körper und Geist lauschst und hörst, was sie dir zuflüstern.

Wir können eins versprechen: Wir werden unser Bestes geben, um dich dabei bestmöglich zu unterstützen – ob mit unserer Step Challenge oder mit den Kursen in unserer Humanoo App. Gemeinsam schaffen wir das!

Wir wünschen dir viele glückliche Tage im Home-Office. Danke, dass wir dich dabei begleiten dürfen. 

Dein Humanoo-Team 

Written by Karina Schönberger

Originally published on 1. März 2021

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