#Gesundheit #Wohlbefinden

Neujahrsdepression: Der Januar ist der Montag des Jahres

Wenn du spaßeshalber “Monday Memes” bei Google eingibst und auf die Bildersuche klickst, wird dir das Ausmaß der Verzweiflung bei einem Gedanken an den Montag klar. Irritierte Katzenbilder untermalt mit Sätzen wie “When it’s Monday and you still haven’t had a coffee” oder “Not sure if it’s the end of the world or just Monday”.

Wir wissen alle wie sich dieser Montagmorgen nach einem freien Wochenende anfühlt und wie wenig Lust man hat, sich wieder den Pflichten des Alltags zu widmen.

Der Monat Januar ist quasi der Montag des Jahres. Das Tohuwabohu ist vorbei und ganz plötzlich steht alles auf Neuanfang.

Im Rahmen unseres Themenmonats #resolutionfail wollen wir uns deshalb in diesem Artikel fragen: Woran kann es liegen, dass uns der Januar generell so schwer fällt und was kann uns dabei helfen, diesen Monat zu überstehen? 

Blue Monday: Schlimmster Tag des Jahres? 

Seit vielen Jahren ist der dritte Montag im Januar – also rund um den 21. Januar – als “depressivster Tag des Jahres” verschrien und wird “Blue Monday” genannt,  basierend auf den Untersuchungen eines britischen Psychologen.

Die Wissenschaft streitet sich noch darüber und es gibt unterschiedliche Meinungen darüber, welcher Tag uns zur größten Verzweiflung führt. Eines steht allerdings fest: Wenn wir die Suizidraten der letzten drei Jahre (in Deutschland) vergleichen, steht der Januar mit ganz oben auf der Liste (Statistisches Bundesamt Deutschland).

Es muss Gründe geben, weshalb sich für viele von uns im Januar ein großes Loch und eine Leere auftut.

Der gute alte Januar-Blues: Wenn der Trubel sich legt 

Gefühlt bereitet sich die ganze Welt in den letzten Monaten des Jahres auf drei Tage vor: Die Weihnachtsfeiertage inklusive Heiligabend. Geschenke werden besorgt und die Zusammenkunft mit Familie oder Freund*innen geplant. Dann auf einmal ist alles vorbei und was bleibt, ist eine große Leere.

Experten sehen unterschiedliche Gründe, weshalb uns der Monat Januar ganz besonders zu schaffen macht: 

  • Mieses Wetter. Die Tage sind kürzer, der Körper schüttet vermehrt das Schlafhormon Melatonin aus und wir fühlen uns danach, uns die Bettdecke über den Kopf zu ziehen. Die Monate Januar und Februar sind quasi der Endspurt des Winters.
  • Finanzieller Notstand. Die Weihnachtsgeschenke haben ganz schön aufs Konto geschlagen und zusätzlich fallen die unterschiedlichsten Rechnungen zum Jahresanfang an. Der Blick auf die Finanzen macht vielen zusätzlich Bauchschmerzen.
  • Das große Tam-Tam ist vorbei. Schon ab Dezember und vor allem in der Vorweihnachtszeit rennt man gefühlt einen Termin nach dem anderen ab.
    In den Weihnachtsfeiertagen und den Tagen zwischen den Jahren wird dieses Tempo beschleunigt. Dann auf einmal ist alles vorbei und hinterlässt ein Loch im Kalender.
  • Die Vorsätze kratzen am Selbstbewusstsein. Man hat sich diese zukünftige Version seiner Selbst erschaffen und wollte in diesem Jahr alles anders machen. Nun sind bereits ein paar Wochen vorbei und man merkt, dass die ersten Vorsätze anfangen zu bröckeln. Die Motivation erreicht einen Tiefpunkt und viele beginnen, an sich zu zweifeln.  

Januar 2021: Wohl eine besondere Herausforderung für uns alle

Der Januar ist also generell wie der Kater nach den Feiertagen. Dazu kommt die Tatsache, dass das Jahr 2020 uns wohl alle das ein oder andere Mal zum Verzweifeln gebracht hat. Zusätzlich wird es Emotionen in uns ausgelöst haben, die einfach nicht angenehm sind – von Ohnmacht über Wut zu Angst oder Panik.

Mit dem Beginn des neuen Jahres wünschen sich viele von uns – wenn auch unterbewusst, dass das alte Leben wieder zurückkehrt, die Lage sich entspannt und wir dort ansetzen können, wo wir aufgehört haben. Die Devise heißt: “2021 wird alles anders”.

Die Überlegung, dass wir nicht von heute auf morgen zurück in den uns bekannten Alltag zurückkehren werden – nur, weil ein neues Jahr ansteht und der Kalender die Seite wechselt, wird für viele von uns ein zusätzlicher Trigger für Frustration sein. Diese Realisation kann sich vor allem Ende Januar breit machen – darauf sollten wir  gefasst sein. 

Positive Psychologie und was wir von ihr lernen können 

Der Januar ist demnach für uns alle eine Herausforderung. So ein Knaller-Monat macht es einem nicht leicht, positiv zu bleiben  – vor allem unter den gegebenen Umständen, die weltweit präsent sind.

“Womit können wir dir helfen?”, haben wir uns im Team gefragt und sind auf die Idee gekommen, uns in diesem Artikel den Bereich der “Positiven Psychologie” anzuschauen.

Das ist ein Teilbereich der Psychologie, der sich beispielsweise damit beschäftigt: 

  • Was Glück für Menschen und die Gesellschaft bedeutet
  • Ob und wie man Glück messen kann 
  • Wie wir unsere Zufriedenheit im Alltag steigern können 

Es ist ein wissenschaftlicher Ansatz menschliche Gefühle, Gedanken und Verhaltensmuster zu analysieren und sich dabei auf die Stärken statt auf Schwächen zu konzentrieren.

Das soll zum Ziel haben, etwas neu aufzubauen, das einen glücklich macht statt sich auf “das alte und schlechte” aus der Vergangenheit zu konzentrieren.

Dieser Bereich der Psychologie beschäftigt sich vor allem mit Themen wie Charakterstärken, Optimismus, Glück, Wohlbefinden, Mitgefühl (für sich und für andere), Selbstbewusstsein, Hoffnung und Resilienz.

Dabei ist wichtig zu erwähnen, dass negative Gefühle natürlich nicht unter den Teppich gekehrt werden sollen – das würde kein qualifizierter Psycholog*in oder Therapeut*in von dir erwarten. Schließlich geht es ja um die Balance und die negativen Gefühle gehören zum Leben dazu.

Es geht eher darum, die negativen Gefühle anzunehmen, sie zu spüren und sanftmütig zu sich selbst zu sein. Nur so können wir allen unseren bunten und vielen Facetten Beachtung schenken und sie dann auch wieder gehen lassen, um uns auf die positiven Dinge zu fokussieren und unsere Perspektive zu wechseln: Weg vom Sumpf, aus dem man nicht herauskommt und hin zum beschwingten Gefühl, das uns durch den Alltag begleitet.

“Positiv denken” ist leichter gesagt als getan: Wie legt man den Schalter um? 

Nun fragst du dich vielleicht: Klingt ja alles schön und gut, aber wie genau kann ich das in mein Leben integrieren?

Eine Inspiration sind folgende Studien und Untersuchungen im Bereich der Positiven Psychologie, die herausgefunden haben: 

  1. Finanzieller Wohlstand wird überbewertet. Menschen überschätzen den Einfluss, den Geld auf ihr Wohlbefinden hat. Es hat zwar Einfluss, allerdings nicht annähernd so viel, wie man vermuten würde. Es hilft deshalb, sich in seinen Zielen und Gedanken weg vom Wohlstand und hin zum Wohlbefinden zu orientieren.
  2. Erlebnisse statt Zeug. Wenn wir schon beim Thema Geld sind, zeigen die Studien, dass es glücklicher macht, es für Erlebnisse statt für materielle Besitztümer auszugeben. Vor allem auch für Erfahrungen, die man mit anderen teilt.
  3. Dankbarkeit macht glücklich. Das lässt sich sogar messen. Menschen, die öfter ins Gefühl der Dankbarkeit gehen, sind glücklicher als welche, die es nicht tun. Wenn du jeden Abend mit dem Gedanken an etwas einschläfst, wofür du dankbar bist oder damit aufwachst, wirst du bereits große Unterschiede spüren.
  4. Oxytocin als Happiness-Boost. Die Ausschüttung des Glückshormons führt zu größerem Vertrauen, Empathie und Wertempfinden bei Menschen. Oxytocin ist ein Hormon der Nähe und wird produziert, wenn wir angenehmen Blickkontakt oder Nähe empfinden. Es wird deshalb auch oft als “Kuschelhormon” bezeichnet.
  5. Glücklichsein ist ansteckend. Menschen, die sich in einem Umfeld aus glücklichen Menschen befinden, fühlen sich nachweislich auch glücklicher als andere. Umgebe dich also mit positiven Menschen, falls es doch einmal nicht so gut läuft.   

Das Eigenexperiment: Dein Höflichkeitstag 

Nun, die Theorie ist immer spannend – viel interessanter wirds allerdings, wenn wir selbst Dinge in die Praxis umsetzen. Um die Wirkung der positiven Psychologie in deinem Leben zu testen, haben wir uns ein kleines Experiment ausgedacht.

Höflich gegenüber sich und anderen zu sein, gehört zu den Charakterstärken der Positiven Psychologie. Um zufriedener durchs Leben zu gehen, wird angeraten, diese Charakterstärken bewusst im Leben einzusetzen, um das Glücksempfinden zu steigern.

Höflich und freundlich zu anderen zu sein, führt also zu positiven Emotionen und beeinflusst uns tief im Inneren.

Die Idee hinter diesem Experiment ist, dass du dir einen Tag aussuchst, an dem du bewusst höflich gegenüber dir selbst und anderen sein wirst. Das sollte natürlich ein Tag sein, an dem du dich sowieso ganz okay fühlst und nicht gerade total grumpy in den Tag startest.

Sobald du aufwachst, beginnst du mit dir selbst. Das können bereits Gedanken sein, die du hast, wenn du dich im Spiegel ansiehst, deine Klamotten anziehst oder dir etwas zu essen vorbereitest. Achte darauf, dass du höflich zu dir selbst sprichst. So, wie du es auch mit einer Person machen würdest, die du sehr schätzt und respektiert.

Wenn es dann ins Außen geht, machst du einfach weiter mit den “Random Acts of Kindness”. Die können so aussehen: 

  • Überrasche jemanden, indem du sie oder ihm etwas spendierst, z.B. einen Kaffee oder Kuchen  
  • Lasse jemanden an der Kasse vor oder gewähre Vorfahrt im Straßenverkehr  
  • Verschenke auf der Straße Lächeln an unbekannte Personen
  • Mache jemandem im Büro (oder auf der Straße) ein Kompliment
  • Höre mehr zu und stelle mehr Fragen statt selbst zu sprechen 
  • Bitte deine Kolleg*innen um Hilfe und bedanke dich bei ihnen 

Das mag sich jetzt erst einmal komisch anhören und eventuell spürst du auch direkt einen Widerstand. Aber genau jetzt gilt es: Nicht vom Monkey Mind überreden lassen, sondern ins Fühlen gehen. Höflich zu sich und anderen zu sein, ist etwas Wunderschönes und wird dir niemand übel nehmen – und peinlich ist es schon gar nicht.

Du wirst merken, dass es gar nicht so einfach ist, bewusst bei der Sache zu bleiben und deinen Höflichkeitstag durchzuziehen. Wenn du es allerdings schaffst, wirst du folgende Auswirkungen am eigenen Körper spüren: 

  1. Die Menschen, die deine kleinen und großen Höflichkeiten empfangen, werden sich – wenn auch nur für einen kleinen Moment – geliebt und anerkannt fühlen.
  2. Der Oxytocin-Spiegel in deinem Körper steigt: Der Blutdruck sinkt, der Herzschlag vereinheitlicht sich und dein Selbstbewusstsein steigt.
  3. Du wirst an diesem Tag mehr Energie zur Verfügung haben.
  4. Du wirst dich insgesamt entspannter und weniger traurig fühlen. 

Und, bist du bereit glücklich den Januar zu beenden?

Das war nun eine Idee von vielen, wie du die Kraft der Positiven Psychologie im Alltag anwenden kannst. Falls du in Fahrt kommst, kannst du dir selbstständig Ideen ausdenken oder recherchieren, wie du den Fokus weg vom Negativen und mehr ins Positive lenkst.

In der Humanoo-App findest du ein Achtsamkeitstraining zum Thema Positives Denken, was dich darin bestärken wird, dich mehr ins Wohlbefinden zu katapultieren.

Mit unserem Programm “Motivation durch Introspektion” kannst du positive Qualitäten entwickeln und deine eigenen Bedürfnisse mithilfe einer introspektiven Meditation erkennen.

Wir freuen uns, dich auf diesem Weg unterstützen zu dürfen und dir Tools an die Hand zu geben, die ein positives Mindset stärken und dich langfristig glücklicher machen.
Dein Humanoo-Team 

Written by Karina Schönberger

Originally published on 10. Januar 2021

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