#Gesundheit #Wohlbefinden

Rückenschmerzen alternativ behandeln: Was kann Meditation, Yoga und Co.?

Diesen Monat möchten wir uns ganz auf das Thema #painkillers konzentrieren. Damit meinen wir allerdings nicht die kleinen bunten Pillen, die eine schnelle Besserung versprechen. Wir wollen uns nachhaltige Methoden zum Thema Schmerzen ansehen, die nach der Ursache suchen und eine ganzheitliche Heilung anstreben.

Dazu ist es natürlich wichtig, Schmerzen überhaupt einmal erst zu verstehen. In unserem ersten Artikel findest du einen Überblick zu den unterschiedlichen Schmerzarten und was bei Schmerzen eigentlich so im Kopf abläuft.

Heute wollen wir uns die Symptome von Muskelschmerzen ansehen – vorrangig den Rücken und Nacken betreffend – und alternative Therapieformen beleuchten, die Ursachenforschung betreiben und damit die Ganzheitlichkeit aus Körper, Geist und Seele anerkennen.

Auch die moderne Wissenschaft belegt immer mehr, dass es nicht nur rein körperliche Prozesse oder Fehlhaltungen sind, die zu beispielsweise Rückenschmerzen führen, sondern sieht einen Zusammenhang zu Faktoren wie Stress, Druck oder anderen seelischen Leiden. So sind immer mehr Ärzte angehalten nach psychosozialen Ursachen zu schauen anstatt den Scheinwerfer nur auf den Körper zu richten.

Muskelschmerzen Rücken und Nacken: Symptome und Ursachen früh erkennen

Allein unser Nackenbereich besteht aus so vielen Nervenbahnen, Muskeln und Wirbelkörpern – dieser Aufbau ist weitaus komplexer als wir es uns vorstellen können.

Ähnlich sieht es mit dem Rücken aus. Dieses Wunderwerk verzeiht uns so einige Fehlhaltungen und kann es gut ausbalancieren, wenn wir einmal nicht vorbildlich dasitzen oder regelmäßig unsere Muskeln stärken.

Wenn der Nacken oder der Rücken allerdings beginnen zu schmerzen, dann ist das ein Hinweis darauf, dass die Muskeln bereits über eine lange Zeit sehr verspannt und überlastet waren. Du kannst das in der Regel an folgenden körperlichen Symptomen erkennen:

  • Du kannst dich nicht mehr so flexibel bewegen wie vorher.
  • Deine Muskeln fühlen sich verspannt an.
  • Du bist vor allem morgens unbeweglich.
  • Deine Beine oder Armen sind manchmal taub, gelähmt oder kribbeln.
  • Du spürst stechende Muskelschmerzen.
  • Du hast Gliederschmerzen und fühlst dich schlapp. 

Rückenschmerzen: Ganzheitliche Therapiemethoden auf dem Vormarsch

Immer mehr belegt die Wissenschaft – bei Schmerzen aller Art – den Zusammenhang zwischen Körper, Geist und Seele. So wird das komplexe Wunderwerk Mensch in seiner Ganzheit gesehen statt auf einzelne Symptome zu schießen wie mit Kanonen auf Spatzen.

Die Traditionelle Chinesische Medizin (kurz: TCM) ist ein möglicher Ansatz aus dem Repertoire der ganzheitlichen Behandlungsmethoden. Er ist über 5.000 Jahre alt – somit also auch viel älter als unsere westliche Schulmedizin.

Bei diesem östlichen Ansatz geht man davon aus, dass bei Schmerzen unser Energiesystem – auch Qi genannt – gestört ist. Aufgrund dieser Blockaden entwickeln wir Symptome oder Schmerzen, die uns zeigen, wo dieses Ungleichgewicht liegen könnte. 

Dabei helfen Energiebahnen – auch Meridiane genannt. Sie verlaufen im ganzen Körper und transportieren unsere Lebensenergie in notwendige Organe und Zellen. Du kannst dir das vorstellen wie ein großes Netz aus Arterien, die immer kleiner werden und in all unsere Körperregionen ausstrahlen.

Wenn das Qi nicht mehr fließt: Akupunktur kann Blockaden lösen

Entlang dieser Energiebahnen gibt es bestimmte Punkte, die sich meist in der Nähe unserer Körperoberfläche befinden. Diese Punkte kannst du dir vorstellen, wie kleine Springbrunnen, aus denen unsere Lebensenergie sprudelt. Ist einer dieser Punkte blockiert, dann entwickeln wir Symptome wie beispielsweise Schmerzen.

Ein Arzt oder Therapeut, der mit TCM vertraut ist, wird anhand deiner Symptome herausfinden können, welche Punkte bei dir gerade blockiert sind. Das skurrile hierbei ist, dass die Punkte für Rückenschmerzen beispielsweise in der Hand liegen können. Hieran kannst du erkennen, wie komplex und zusammenhängend der menschliche Organismus funktioniert. Tut uns der Rücken weh, muss die Ursache also nicht immer auch in dieser Region liegen.

Jetzt fragst du dich vielleicht, was so ein Therapeut oder Arzt tun würde, um dir in diesem Fall zu helfen. Viele TCM-Therapeuten und Ärzte arbeiten mit Akupunkturnadeln. Durch das Einstechen dieser dünnen Nadeln werden blockierte Punkte wieder zum Leben erweckt, sodass Symptome wie durch Zauberhand verschwinden können und die Lebensenergie wieder sprudeln kann. 

Dieser Ansatz interessiert sich also nicht nur für die Symptome, sondern versucht vor allem zu schauen, wo die Ursache der Schmerzen – und damit der Blockade – herkommt. Das Ziel ist, diese zu beheben, damit unsere Lebensenergie wieder frei und ungestört fließen kann.

Das hat sehr wenig mit Hokuspokus zu tun, sondern ist ein jahrtausendealter und erwiesener Ansatz. Für Menschen, die beispielsweise in Asien aufgewachsen sind, wird diese Art von Behandlung viel vertrauter sein als Pillen gegen Symptome zu schlucken oder sich Spritzen verabreichen zu lassen.

Eine Studie beweist wie wirkungsvoll TCM wirklich ist

Die GERAC-Studie (German Acupuncture Trial) hat dafür gesorgt, dass Akupunktur bei chronischen Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich in Deutschland nun sogar von den Krankenkassen übernommen wird. Innerhalb der Studie wurden 1.162 Menschen mit seit durchschnittlich 8 Jahren bestehendem Rückenschmerz in drei Gruppen eingeteilt:

  • Die erste Gruppe wurde mit Akupunktur nach dem TCM-Standard behandelt.
  • Die zweite Gruppe erhielt Minimal-Akupunktur an nicht-klassischen Akupunkturpunkten.
  • Die dritte Gruppe wurde mit Schmerzmitteln, Physiotherapie und Übungen versorgt.

Die Ergebnisse? Nach 6 Monaten zeigte sich in der ersten Gruppe eine Verbesserung der Symptomatik von 47,6 Prozent, in der zweiten Gruppe von 44,2 Prozent und in der letzten Gruppe von 27,4 Prozent.

Zusammenfassend lässt sich also sagen: Chronischer Rückenschmerz lässt sich wirkungsvoll mit Akupunktur behandeln, laut der GERAC Studie sogar doppelt so effektiv wie die Standardversorgung aus Schmerzmitteln und Physiotherapie.

Mit Meditation, Yoga, Chi-Gong oder Tai-Chi chronische Rückenschmerzen behandeln

Bereits im letzten Artikel haben wir den Zusammenhang zwischen geistiger Gesundheit und körperlichem Wohlbefinden angesprochen, den auch die moderne Schulmedizin immer mehr aufgreift.

Wenn wir das ernst nehmen, dann erscheint uns auch nur logisch, dass ein gesunder und ausgeglichener Geist zu einem gesunden Körper führen wird.
Haben wir allerdings stattdessen Stress und tragen Druck auf unseren Schultern, wird unser Körper sich früher oder später melden.

Um sich Stress und Schmerzen sinnbildlich gesprochen von dem Rücken zu werfen, sollten wir darauf achten, dass wir unserem Geist genügend Auszeiten bieten.

Eine Studie im Journal of the American Medical Association bewies, dass sowohl eine achtsamkeitsbasierte Stressreduktion als auch eine Verhaltenstherapie bei nicht-spezifischen Schmerzen im unteren Rücken besser wirken als der konventionelle Cocktail aus Schmerztabletten und Physiotherapie.

Für einen anderen Bericht, der in der Zeitschrift Holistic Nursing Practice veröffentlicht wurde, haben Forscher des College for Design and Social Inquiry der Florida Atlantic University die Auswirkungen von Yoga, Tai Chi (körperliche Übungen und Dehnungen auf Grundlage von Achtsamkeit) und Chi Gong (traditionell chinesische meditative Bewegungstherapie) auf chronische Lendenwirbelsäulenschmerzen verglichen.

Die Ergebnisse zeigten, dass

  1. Maßnahmen, die Körper und Geist einschließen, zur Behandlung von Schmerzen im unteren Rückenbereich wirksam sind.
  • Sogar psychische Belastungen, die aus Depressionen oder Angst resultieren, vermindert werden können sowie eine bessere funktionelle Fähigkeit des Körpers erreicht werden kann. 

Andere Untersuchungen zeigen auf, wie sich selbst das Gehirn von Patienten mit chronischen Schmerzen verändern kann, indem das Schmerzgedächtnis einfach gelöscht wird. 

Nachhaltiges Wohlbefinden statt Quick-Fix

Solche Untersuchungen und Berichte zeigen uns, dass uns ein Schmerzzustand auch immer eine bedeutende Information aus dem psychischen Bereich zeigt.
So leidet oftmals der Körper, weil er uns auf die Konflikte der Seele aufmerksam machen möchte.

Leider werden diese Rufe nur selten gehört, weil wir meist – vor allem in unserer modernen Gesellschaft – am “Quick Fix” interessiert sind. Schließlich ist die To-Do-Liste ganz schön lang und möchte abgearbeitet werden. Es bleibt keine Zeit für Innenschau. 

Wir möchten, dass alles am besten schnell vorbei geht und sind dafür bereit, die Hilferufe – so lange es möglich ist – zu überhören. Die Krux daran ist nur, dass sie nicht leiser werden und uns immer weiter versuchen werden zu erreichen – häufig auch auf neuen Wegen, bis wir eben keine Wahl mehr haben und hinschauen müssen.

Dank Meditation aus dem Rollstuhl?

Wie stark unser Verstand unsere Heilung beeinflussen kann, beweist Dr. Joe Dispenza. Er selbst hat einen schweren Unfall erlebt, der ihn an den Rollstuhl fesselte – und das ohne positiven Ausblick.

Dr. Dispenza wollte sich mit dieser Diagnose allerdings nicht abfinden. Mithilfe eines tiefgreifenden meditativen Prozesses hat er sich quasi selbst geheilt und seine Wirbelsäule rekonstruiert. Klingt irre, ist aber wissenschaftlich erklärbar.

Von dieser Erfahrung erzählt er unter anderem in der Dokumentation “Heal,”, die es auf Netflix zu sehen gibt.

Seit seinem Unfall arbeitet der Wissenschaftler daran, herauszufinden, wie wir uns die neusten Erkenntnisse aus Neurowissenschaft und Quantenphysik zunutze machen können, um uns mit der Stärke unseres Geistes selbst zu heilen und so ein glücklicheres Leben zu führen.  

Hast du Lust, dir ein wenig Stress vom Rücken zu werfen?

Die in diesem Artikel vorgestellten Methoden und Therapieansätze helfen dir dabei, die Hilferufe des Körpers ganzheitlich zu deuten und mal richtig in deinen Körper reinzuhören anstatt nur bei der Symptombekämpfung ganz vorn mit dabei zu sein.

Die guten Nachrichten: Du kannst direkt damit anfangen.

Am Mittwoch, den 14. Oktober, gibt es um 18.30 wieder ein Live-Training mit Lina. Diesmal warten 15 Minuten Krafttraining auf dich, die dabei helfen werden, Rückenschmerzen zu reduzieren und auch deinen Kopf für einen Moment auszuknipsen. Die Zeit ist nämlich gekommen, um einfach mal den Pausenknopf drücken und was für dich zu tun. Der Workload kann warten, versprochen.

Wir hoffen, dass dir unser zweiter Artikel zum Thema Schmerzen gefallen hat und wir dich wieder auf neue Ideen bringen konnten, um dich und einen Körper bewusster wahrzunehmen und ihn als Alarmanlage zu verstehen.

In unserem nächsten Artikel teilen wir konkrete Tipps mit dir, die zu weniger Schmerzen, einem gesünderen Rücken und mehr Wohlbefinden führen.

Wir freuen uns drauf. Du auch?
Dein Humanoo-Team


Über die Autorin
Karina Schönberger ist Texterin und Content Strategin. Nach ihrem Studium hat sie viele Jahre in den Bereichen Marketing, PR und Events gearbeitet. Durch innere Arbeit, Yoga und Meditation hat sie den Weg in ein bewusstes Leben gefunden und entschieden, für sich selbst zu arbeiten. Heute lebt sie in Berlin und kreiert am liebsten Content über die wirklich wichtigen Themen im Leben wie Gesundheit, Transformation, gesunde Ernährung, Astrologie, Reisen, Yoga und Meditation. Die gebürtige Kasachin glaubt daran, dass jeder von uns ein erfülltes Leben verdient hat und die Kraft in sich trägt, zu heilen.

Written by Humanoo experts team

Written by Karina Schönberger

Originally published on 11. Oktober 2020

Diesen Artikel teilen

Share on linkedin
Share on xing

do you like me?

Du willst mehr Artikel wie diesen hier erhalten? Dann abonniere unseren HUMANOO Newsletter!

Sag uns, wie wir uns verbessern können!

Möchtest du unseren B2B Newsletter erhalten?

Wir arbeiten täglich an spannenden und neuen Inhalten mit denen wir euch News über die Szene, Expertenwissen, Updates
und Websinare zukommen lassen. Willst du immer am Ball bleiben? Dann klick dich in unseren monatlichen Business Newsletter.