#Achtsamkeit #Smart Working

Wie du dich mental auf ein schwieriges Gespräch vorbereitest

Für einige von uns beginnt das Herz höher zu schlagen, andere haben einen Kloß im Hals und ganz viele bekommen schwitzige Hände. Wir sprechen von herausfordernden Gesprächen – entweder im Job oder Freundeskreis – bei denen es darum geht, unsere Wahrheit zu sprechen und für unsere Bedürfnisse einzustehen.

Das gestaltet sich vor allem dann schwierig, wenn wir wissen, dass unser Gegenüber eine ganz andere Meinung oder Einstellung zu Thema hat als wir selbst. Und doch ist es doch gerade hier am wichtigsten, bei sich zu bleiben und für sich einzustehen.

In diesem Artikel möchten wir dich dabei unterstützen, schwierige Gespräche geschickt vorzubereiten und auch in unangenehmen Situationen einen klaren Kopf zu bewahren.

Konflikte aufzuschieben ist Gift für Körper und Seele

Sei dir gewiss, du bist nicht allein mit diesem Kloß im Hals, wenn einmal wieder ein schwieriges Gespräch ansteht. Fast jeder Mensch kennt dieses Gefühl und findet es herausfordernd, sich Konflikten zu stellen. Die einen lassen sich dabei vom Motto “Augen zu und durch” begleiten, während andere sich in einer Vermeidungsstrategie verlieren oder jegliche Gefühle ausblenden. Fakt ist: Für fast jeden Menschen sind Konfliktgespräch mit Nervosität verbunden. 

Was oftmals geschieht, um diese Empfindungen nicht zuzulassen, ist das berühmte “Aufschieben”. Wir halten einfach die Klappe, wenn der Chef die regelmäßigen Überstunden einfordert, der Partner uns mal wieder ins Wort fällt oder die beste Freundin uns als emotionalen Mülleimer benutzt. 

Dabei ziehen wir es vor zu implodieren statt unsere authentischen Gefühle zu äußern. In solchen Situationen verraten wir unsere Werte, um von anderen gemocht zu werden. Diese “People-Pleasing-Strategie” hält allerdings nur so lange bis sich Körper und Geist melden – denn implodierte Gefühle machen sich langfristig bemerkbar und können u.a. in Zuständen des Ausgebranntseins münden.


Dann hilft meistens nur noch eins: Ehrlich und aufrichtig zu deinen Gefühlen zu stehen, indem du sie mit deinem Gegenüber teilst und so beginnst, deine Grenzen zu setzen.

Das geht natürlich nicht von heute auf morgen, allerdings ist es ein wunderschöner Prozess, in dem du dich und deine Werte besser kennen lernen wirst.

Und du wirst sehen, entgegen deiner Annahme, werden sich sowohl geschäftliche als auch private Beziehungen langfristig positiv verändern, weil sie auf Grundlage der einzig richtigen Währung basieren – nämlich der Wahrheit. 

Das kannst du tun, um dich auf Konfliktgespräche vorzubereiten 

Tipp 1: Beruhige deine Nerven und schaue nach innen 

Die meisten von uns sind in der Zeit vor einem Konfliktgespräch ganz schön aufgeregt – die Angst zurückgewiesen, nicht gesehen oder womöglich in Frage gestellt zu werden, ist immens.

Hierbei wird es dir helfen, dich den Gefühlen der Ohnmacht, Stress und Angst zu stellen. Das geht am besten, indem du lernst, mit ihnen zu sitzen statt dich mit Smartphone, Alkohol oder sozialen Beschäftigungen abzulenken.

Achtsamkeitsübungen sind gold wert, weil sie dich mit deiner inneren Welt verbinden und dich deine Emotionen und deinen Körper so besser im Moment wahrnehmen lassen.

In unserer Humanoo App findest du viele angeleitete Achtsamkeitsübungen, die dir dabei helfen werden, dich besser zu verstehen. Sind diese Gefühle einmal an die Oberfläche gebracht, werden sie dich nicht ganz so hart treffen, wenn du vor deinem Chef*in, Freund*in oder Kolleg*in mitten im Konfliktgespräch bist. 

Tipp 2: Mache dir vorab Notizen und strukturiere das Gespräch 

Weil Konfliktgespräche in der Regel von starken Emotionen begleitet sind, hilft es, sich vorab Notizen zu machen und das Gespräch zu strukturieren.

Setze dich vor ein leeres Blatt Papier und schreibe einfach einmal alle deine Gedanken, Emotionen und Bedürfnisse herunter – so wie sie kommen und ohne Filter.

Wenn das getan ist, kannst du diese Notizen erst einmal liegen lassen. Ein paar Tage später kannst du dann mithilfe deiner Notizen das Gespräch strukturieren, Aussagen umformulieren oder Punkte herausstreichen und hinzufügen.

Wenn der Tag X dann gekommen ist, kannst du voller Selbstvertrauen deine Notizen mitnehmen und deinem Gegenüber erklären, dass du dich auf das Gespräch vorbereitet hast, weil dir viel daran liegt, nichts Wichtiges auszulassen. Du wirst sehen, dass dein Gesprächspartner*in das mit großer Sicherheit zu schätzen wissen wird. 

Tipp 3: Während des Gesprächs bei dir bleiben und emotionale Reaktivität vorbeugen 

Das Geheimnis eines jeden authentischen Gesprächs ist es, bei dir zu bleiben statt dich in den eigenen oder den Vorwürfen des Gegenübers zu verlieren. Die Frage ist nur: Wie schaffst du das?

Nun, indem du beispielsweise statt der “Du-Aussagen” bei “Ich-Aussagen” bleibst. Das könnte so klingen: “Ich fühle mich in letzter Zeit…”, “Nach meinem Empfinden…”, “Manchmal ist es für mich schwierig, …”. So kannst du auch deinem Gegenüber den Raum eröffnen, sich mitzuteilen und ehrlich auszudrücken ohne ihm oder ihr mit Vorwürfen auf die Pelle zu rücken.

Dazu gehört natürlich auch, dass du aktiv zuhörst und deinem Gesprächspartner*in mit einem offenen Herzen begegnest. Denn, wir wissen alle nur zu gut, wie schnell sich Vorurteile und Verurteilungen einschleichen können.

Du wirst sehen, dass sich in Momenten des aufrichtigen Zuhören und des Anderen-Verstehen-Wollens ein magischer Raum öffnet. Denn erst, wenn sich beide Gesprächspartner*innen gesehen und gehört fühlen, kann eine Lösung geschaffen werden, mit der alle zufrieden sind.

Tipp 4: Nehme deine Emotionen wahr und gebe ihnen Raum  

Trotz all der guten Ratschläge wissen wir, dass sich Emotionen ihren Weg bahnen, wenn wir getriggert werden.

Es kann also gut passieren, dass du in Konfliktgesprächen trotz der Vorarbeit Wut, Traurigkeit, Enttäuschung, Ohnmacht oder Unverständnis empfindest. Es wird auch hin und wieder einmal vorkommen, dass dein Gesprächspartner vielleicht weniger bewusst ausgerichtet ist und dich mit Vorwürfen bombardiert, die wiederum diverse Emotionen entstehen lassen. Aber auch die unangenehmen Besucher unserer inneren Welt wie Wut oder Trotz möchten gesehen werden.

Und damit leiten wir den letzten – und bestimmt schwierigsten – Schritt ein: Dein Gefühl anzunehmen und authentisch zu kommunizieren. Bleiben wir beim Beispiel der Wut, dann könntest du sagen “Ich merke, dass deine Aussagen mich gerade sehr wütend machen und ich eine Pause brauche” oder “Was du sagst, machst mich sehr wütend, weshalb es mir schwer fällt, sachlich zu bleiben”.

Manchmal wird sich die authentische Auseinandersetzung und – vor allem – die Artikulation deiner Gefühle schwer gestalten, allerdings wird es dich mit ein wenig Übung in die Selbstbestimmung katapultieren.

So wirst du immer mehr in der Lage sein, bei dir selbst zu bleiben und weniger reaktiv zu werden. Und auch deine Gesprächspartner*innen werden deine Ehrlichkeit schätzen und dich mit deinem Päckchen an Gefühlen respektieren, denn auch ihnen fällt es leichter mit dir umzugehen, wenn sie wissen, woran sie sind statt sich auf reaktive Diskussionen einzulassen. Zusätzlich wirst du für viele Menschen damit zur Inspiration werden. 

Konfliktgespräche werden einfacher je authentischer du bleibst

Wir hoffen, dass wir dir mit diesem Artikel Mut machen konnten, dich in schwierige Gespräche zu trauen und dabei deine Authentizität zu bewahren.

Denn auch, wenn man oftmals denkt, dass dies als Schwäche gelten würde, ist es in Wahrheit doch die Basis für jede aufrichtige zwischenmenschliche Beziehung.

Wir freuen uns jedenfalls, wenn wir dich mit unseren Achtsamkeitsprogrammen zu einer noch authentischeren Version deiner Selbst begleiten dürfen. 

Dein Humanoo-Team  

Written by Karina Schönberger

Originally published on 16. August 2021

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