#Körper & Fitness #Mentale Gesundheit

Was steckt hinter dem Schritte-Hype? 5 Gründe, dich zu bewegen

Wusstest du, dass die meisten von uns mittlerweile mehr als die Hälfte unserer Wachzeit im Sitzen auf dem Bürostuhl, im Auto oder auf der Couch verbringen?

Dabei weiß doch jeder: Langes Sitzen macht krank und gefährdet die Gesundheit. Nur: Warum stehen wir dann nicht einfach auf und bewegen uns mehr?

Der Anteil von Menschen, die nach eigenen Angaben mehr als viereinhalb Stunden täglich sitzen, stieg zwischen 2002 und 2017 um 7,4 Prozent. Das fanden jedenfalls Forscher einer spanischen Universität heraus. Dieser Studie zufolge gehören 57,2 Prozent der Männer und 50,2 Prozent der Frauen zu “Dauersitzern”.

Wenn man sich vor Augen führt, dass unser menschliches Skelett eigentlich auf Tageswanderungen von 20-30 Kilometer ausgelegt ist, dann sind das Zahlen, die einen erschaudern lassen. Doch, Hilfe naht bereits: Ein neuer Trend ums Spazieren und Laufen möchte uns aus den Bürostühlen holen und auf die Beine bringen.

Hier im Magazin sehen wir uns deshalb an, was hinter dem Hype steckt und was das Dauersitzen mit uns macht. Außerdem geben wir dir fünf gute Gründe, warum jeder Schritt im Alltag zählt. Dazu gibt’s einfache Tipps, wie du mehr Bewegung in deinen Alltag einbaust. Bist du bereit?

Der Hype um die Schritte: Ist er real und woher kommt er?

Während wir früher noch dazu neigten, Kalorien zu zählen, achten viele von uns heutzutage auf die Anzahl ihrer Schritte. Dabei hat sich die magische Zahl 10.000 herauskristallisiert, sodass wir oftmals auf unserem Smartphone oder der Watch checken, ob wir den Tag als “produktiv” abhaken können. So weit, so gut.

Wichtig ist allerdings hierbei zu erwähnen, dass diese 10.000 Schritte ein guter Richtwert, jedoch nicht in Stein gemeißelt sind.

2019 veröffentlichte das Fachmagazin Jama Internal Medicine eine Studie, die die tägliche Schrittzahl mit dem Sterberisiko verglich. Das Ergebnis bestätigte, dass sich bei Frauen, die täglich mindestens 4.400 Schritte machten, das Sterberisiko verringerte im Vergleich zu Frauen, die nur 2.700 Schritte machten.

Es hilft hier also auch, sich nicht ganz so auf die Anzahl zu versteifen, sondern auch alternative Ziele zu schaffen.

So empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation beispielsweise 150 Minuten moderate Aktivität pro Woche. Schön ist auch, dass sich die Hälfte unserer Bevölkerung daran hält – wenn auch nur unbewusst.

Wir sind zum Dauersitzer geworden: Zahlen & Fakten

Nicht nur in Deutschland wird das Dauersitzen sehr bequem – Europa gibt da auch kein besseres Bild ab.

Forscher analysierten die Ergebnisse vier europäischer Umfragen mit 96.000 Teilnehmer*innen in der ganzen EU. Herausgekommen ist, dass das Rumsitzen zunimmt. Demnach sagten 54,3 Prozent der Teilnehmer*innen, dass sie täglich mehr als vier Stunden sitzen würden.

Der Sportmediziner Klaus Völker äußerte sich der Deutschen Presseagentur zu dem Thema folgendermaßen: „Ich finde diese Zahlen sehr alarmierend.” Seiner Meinung nach habe man mittlerweile „quasi eine Extremform der körperlichen Inaktivität erreicht, die besorgniserregend ist“.

Die körperliche Passivität beginnt allerdings schon im jungen Alter. Laut aktueller Zahlen der WHO bewegen sich 80 Prozent der Kinder und Jugendlichen nicht genug.

So kommt es auch, dass jedes Jahr weltweit mehr Menschen an Bewegungsmangel sterben als an Rauchen – so jedenfalls das American College of Physicians.

Die WHO ist sich sicher: Wir können jährlich mehr als fünf Millionen vorzeitige Todesfälle vermeiden, wenn sich die Menschen mehr bewegen würden.

Auswirkungen: Was Dauersitzen mit uns macht

Mangelnde Bewegung kann zu einer Vielzahl von Leidensbildern führen, die uns das Leben schwerer machen können:

  • Wichtige Muskeln werden abgebaut.
  • Das Risiko an Diabetes 2 oder Krebs zu erkranken, steigt an.
  • Dein Rücken beginnt früher oder später an zu schmerzen.
  • Oftmals ziehen Kopf und Nacken gleich mit.
  • Du wirst anfälliger für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Infekte können dich einfacher aus der Bahn hauen.
  • Du bist weniger resistent gegen Stress, weil dein Nervensystem keinen
  • Ausgleich bekommt.
  • Langes Sitzen fährt den Stoffwechsel herunter und Übergewicht kann sich leichter breit machen.

Welche 5 Vorteile hat es, wenn wir uns mehr bewegen?

1. Dein Gehirn ist klarer und du kannst dich besser konzentrieren.

Wenige wissen, dass es nicht nur der Körper ist, der von regelmäßiger Bewegung profitiert, sondern auch unser Gehirn.

Bewegung verlangt deinem Gehirn so einiges ab, womit dein Denkzentrum abgelenkt und entlastet wird. Nicht umsonst sagt man, dass ein Spaziergang “den Kopf frei machen würde”.

2. Dein Immunsystem ist gestärkt.

Wenn der Puls hochgeht und uns bei körperlicher Betätigung warm wird, wird unsere spezifische Abwehr aktiviert, sodass sich weiße Blutkörperchen schneller vermehren und aktiver sein können. Du stärkst also so auch dein Immunsystem und wirst weniger anfällig für angreifende Infekte.

3. Du tust deiner Psyche etwas richtig Gutes.

Während du dich bewegst, werden Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin abgebaut – so entspannt sich dein vegetatives Nervensystem nach und nach.

Das begünstigt wiederum eine Reihe weiterer Prozesse, die psychische Leidensbilder nicht nur lindern, sondern auch vorbeugen: Du schläfst nachts besser und wirst stressresistenter.

4. Bewegung stärkt deine Muskeln und Knochen.

Regelmäßige Bewegung sorgt dafür, dass du deine Muskulatur stärkst und damit Verspannungen vorbeugst.

Durch das viele Sitzen, sind Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfälle und Nackenverspannungen mittlerweile zur Volkskrankheit geworden.

Mit Bewegung kannst du diesen Leidensbildern trotzen und deinen Knochenstoffwechsel ankurbeln. So stärkst du deine Knochendichte und beugst beispielsweise Osteoporose vor.

5. Du steigerst deine Lebenserwartung.

Viele Studien haben bereits nachweisen können, dass Menschen, die sich regelmäßig bewegen, eine höhere Lebenserwartung haben.

Schon 15 Minuten täglich sollen das Risiko eines frühen Todes um 14 Prozent senken, wodurch die Lebenserwartung um drei Jahre verlängert werden kann – das fanden jedenfalls taiwanesische Forscher*innen innerhalb einer Studie heraus.

Kurze Tipps, wie wir mehr Bewegung im Alltag einbauen können

Die guten Nachrichten sind: Du musst nicht direkt mit riesengroßen Zielen beginnen, sondern kannst Dinge geschickt in deinen Alltag einbauen, sodass du dich bewegst ohne es auf deiner “To-Do-Liste” stehen zu haben.

Wie wäre es mit folgenden Ideen?

  • Lauf mal zur Arbeit oder hops aufs Fahrrad statt das Auto, die Tram oder Bahn zu nehmen.
  • Verabrede dich mit Freunden zum Spazierengehen in einem Park oder deiner Gegend.
  • Nehme immer die Treppen statt den Aufzug, wenn es die Möglichkeit gibt.
  • Verlasse in deiner Mittagspause das Büro anstatt dein Essen am Platz zu essen.
  • Mache beim Zähneputzen, Kochen oder Putzen deine Lieblingsplaylist an und tanze einfach mal los. (Was kann schon passieren?)
  • Mache während der Arbeit am Schreibtisch immer wieder ein paar Übungen.
  • Stehe öfter auf, um dir etwas zu trinken aus der Küche zu holen.
  • Verbinde Bewegung mit etwas, das du wirklich liebst – beispielsweise Gartenarbeit, Rollerskaten oder Tanzen.

Wir vom Humanoo-Team möchten dich gern dabei unterstützen, wenn du dich für Bewegung statt Couch entscheidest.

Bei unserer Step Challenge vom 25.10-8.11.2021 kannst du mitlaufen, um dir Platz im Kopf zu machen und deinen Körper zu stärken. Du kannst dich schon bald direkt in unserer App anmelden und der Couchpotato in dir den Kampf ansagen. Zu gewinnen gibt es 15×100€ Gutscheine von Decathlon!

Vom Couchpotato zum Spaziergänger: Sei sanft mit dir

Wie bei jeder Empfehlung ist es auch hier wichtig zu verstehen, dass jeder Mensch einzigartig ist und daher individuelle Bedürfnisse hat, was Bewegung angeht.

Es wird Tage geben, an denen du dich außerordentlich viel bewegen und Tage, an denen du gar nicht aus dem Haus gehen möchtest – auch das ist normal. Bitte beachte also bei all den gut gemeinten Tipps auch deine persönlichen Lebensumstände.

So wissen wir beispielsweise, dass ein Großteil unserer Followerschaft in Berufsbereichen wie der Pflege, Straßenreinigung oder Lebensmittelverkauf arbeitet. Hier ist körperliche Betätigung sicherlich weniger dein Problem als abends einmal abzuschalten und den Monkey Mind zur Ruhe kommen zu lassen.

Und weil wir Menschen eben alle unterschiedlich sind, findest du auch in unserer Humanoo-App verschiedenste Angebote – von Power-Workouts bis hin zu Yoga und Klangschalenmeditationen für ausgleichende Entspannung.

Wir hoffen, dass wir dir mit unseren Ideen eine Inspiration sein dürfen, deinen Körper und Geist in Einklang zu bringen und freuen uns auf viele weitere Momente mit dir.

Dein Humanoo-Team

Written by Karina Schönberger

Originally published on 4. Oktober 2021

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