Intuitives Essen – wie funktioniert das?

Wäre es nicht schön, sein Wohlfühlgewicht zu erreichen, ohne Kalorien zu zählen oder strenge Diäten einzuhalten? Die gute Nachricht ist: Intuitives Essen macht es möglich. Hierbei geht es nicht um Regeln und Verbote, sondern es wird nach Bauchgefühl gegessen. Ein bisschen Training und Achtsamkeit sind erforderlich, denn unsere natürlichen Sättigungs- und Hungergefühle sind die Quellen der Intuition.

Intuitives Essen: auf das Bauchgefühl vertrauen

Bei einer intuitiven Ernährung wird auf den eigenen Körper gehört. Hierfür ist es wichtig, die von ihm ausgehenden Signale zu erkennen und richtig zu deuten. Entwickelt haben diese Ernährungsweise zwei kalifornische Diätologinnen. Sie gehen dabei von dem Fakt aus, dass wir alle von Geburt an intuitive Esser*innen sind. Mit zunehmenden Alter verlieren wir diese naturgegebene Gabe – aus den unterschiedlichsten Gründen. Wir essen, um nichts wegzuschmeißen oder aus Frust. Strikt teilen wir Lebensmittel in die Kategorien „gut“ und „schlecht“ ein. Naschen wir von den Schlechten, sind wir unzufrieden. Konsumieren wir die Guten, sind wir zufrieden. Diese Gedanken und Zwänge sind beim intuitiven Essen Tabu. Das braucht etwas Zeit, denn alte Gewohnheiten lassen sich nur schwer ablegen.

Prinzipien der intuitiven Ernährung

  • Es ist keine Diät.
  • Es gibt kein Zählen der Kalorien.
  • Es existiert kein fixer Ernährungsplan.
  • Erlaubt sind alle Lebensmittel.
  • Gegessen wird nach Bauchgefühl.
  • Gegessen wird bei Hunger.
  • Gehört wird auf das Sättigungsgefühl.

Aus diesen Prinzipien ergeben sich bestimmte Vorteile, die sogar Wissenschaftler*innen in Studien beweisen konnten. So stärkt das intuitive Essen das Wohlbefinden. Es wirkt sich positiv auf das Selbstbewusstsein und das Körperbild aus. Auch die physische Gesundheit wird gestärkt, da sich der HDL-Cholesterin-Spiegel erhöht und sich die Triglycerid-Werte verringern. Das wiederum schützt die Gefäße und reduziert das Risiko auf einschlägige Erkrankungen wie Diabetes, Morbus Cushing oder Gicht.

12 Tipps zum intuitiven Essen: So klappt’s!

Plötzlich auf die eigenen Körpersignale zu hören, klingt einfacher, als es ist. Ein wenig Übung und Achtsamkeit sind unerlässlich. Ist dieser Schritt geschafft, wird das intuitive Essen zum Selbstläufer. Hier sind 12 wertvolle Tipps, wie es gelingen kann.

1. Selbstliebe geht über Diätenwahn

Diäten haben zumeist nur einen kurzfristigen Erfolg. Oft tritt der gefürchtete Jo-Jo-Effekt ein. Heißhunger und Schuldgefühle sind keine Seltenheit, die zusätzlich das Wohlbefinden schmälern. Daher ist laut dem intuitiven Essen die Zeit gekommen, sich von dem Diätenwahn zu verabschieden. Stattdessen ist Selbstliebe gefragt.

2. Auf den Bauch hören

Hunger ist nichts Schlechtes. Er ist wichtig, denn so sagt uns der Körper, was er braucht. Genau darauf sollten wir hören, anstatt Hunger zu unterdrücken oder fortwährend zu essen. Typische Hungersignale sind Müdigkeit, Magenknurren und Zittern. Auch Unruhe, Konzentrationsverlust und Stimmungsschwankungen können auftreten.

3. Das Essen als Freund

Nach der intuitiven Ernährung gibt es keine guten und schlechten Lebensmittel. In den Mund kommt, wonach der Körper verlangt. Wichtig hierbei ist, gut dem Organismus zuzuhören. War das Essen lecker? Ist ein Sättigungsgefühl da?

4. Wohlbefinden nach dem Essen

Unser Körper sagt uns, wenn wir zu viel oder die falschen Lebensmittel konsumieren. Kann der Organismus eine üppige Mahlzeit nur schlecht vertragen, machen sich Müdigkeit und Völlegefühle breit. Daraus lässt sich lernen – ganz ohne Druck und situativ.

5. Die Gedanken kontrollieren

Im Kopf beginnt alles – auch das Essen. Indem wir Schluss mit Begrifflichkeiten wie Essenssünden und Superfoods machen, hören wir auf unsere Intuition.

6. Glück im Fokus

Essen versorgt den Körper mit Nährstoffen und kann glücklich machen. Wer es mit allen Sinnen genießt, steigert seine Zufriedenheit und seine Selbstwahrnehmung.

7. Sättigungssignale beachten

Gern essen wir über den Hunger hinaus. Das muss nicht sein. Durch ein langsames, ruhiges Essen lässt sich das Sättigungsgefühl zuverlässig spüren.

8. Essen ist kein Seelentröster

Essen wird oft als Seelentröster verwendet. Es kommt als vermeintlicher Problemlöser zum Einsatz, um Gefühle der Traurigkeit, Einsamkeit oder Wut zu dämpfen. Helfen tut dies jedoch nur kurzfristig. Die Probleme verschwinden dadurch nicht. Besser ist es, das Bewusstsein für die negativen Gefühle zu schärfen und aktiv etwas dagegen zu tun.

9. Selbstannahme

Den eigenen Körper so zu akzeptieren, wie er ist, erfordert mentale Arbeit. Doch sie lohnt sich, um wieder Freude am Essen zu haben und intuitiv Lebensmittel auszuwählen.

10. Bewegung

Der Kalorienverbrauch beim Sport rückt in den Hintergrund. Wichtig ist, sich so zu bewegen, wie es Freude bereitet. Ob eine Tour mit dem Rad, Aerobic, Hanteltraining oder Basketball: Erlaubt ist, was gefällt.

11. Der reine Genuss

Um unterschiedliche Geschmacksnoten und Aromen besser kennenzulernen und um das Hunger- sowie Sättigungsgefühl besser zu spüren, hilft ein Griff zu unverarbeiteten Nahrungsmitteln. Fertigprodukte hingegen verändern den Geschmackssinn und können falsche Signale an den Körper senden.

12. Nicht zwanghaft gesund

Gesundheitsfördernde Lebensmittel optimieren das Wohlbefinden. Doch auch weniger gesunde Nahrungsmittel dürfen auf dem Speiseplan stehen. Eine Krankheit entsteht nicht durch den gelegentlichen Konsum von weniger gesunden Leckereien.

Das intuitive Essen ist eine Reise zu mehr Selbstakzeptanz. Eine enge Beziehung zum eigenen Körper wird aufgebaut, die ermöglicht, gesünder zu leben und das Wohlfühlgewicht zu halten.

Dein Humanoo Team

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