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6 Tipps gegen digitalen Stress

Wir alle kennen das Schlamassel: Wir sitzen abends einmal wieder auf der Couch und checken die E-Mails im stundentakt. So wirklich befriedigend ist das ständige Online-Sein für die wenigstens von uns, aber sein lassen können wir es auch nicht – man könnte ja etwas Wichtiges verpassen. Obwohl die Digitalisierung auch so ihre Vorteile mit sich bringt, kann am Ende das, was wir kurzfristig als entspannend empfinden, langfristig zur Gefahr werden.

Digitaler Stress lässt sich heutzutage nicht vermeiden und jede*r von uns ist ihm ausgesetzt. Viele spüren ihn vor allem auf der Arbeit aufgrund eines überquellenden E-Mail-Postfachs, aber auch im Privatleben verfolgt uns das Smartphone nicht selten bis aufs Klo. Denn selbst Menschen, die in ihrem Job nicht viel mit digitalen Angeboten zu tun haben, sondern beispielsweise im Bereich Produktion, Außendienst, Pflege oder Stadtreinigung arbeiten, kommen an digitalen Inhalten nicht vorbei.

In diesem Magazinartikel widmen wir uns deshalb dem Thema “Digitaler Stress” und beleuchten, wo er herkommt, was er mit uns macht und geben dir sechs Tipps an die Hand, wie du ihn nachhaltig reduzieren kannst.  

Was versteht man unter “digitalem Stress” und wer ist betroffen?

Die ungelesenen E-Mails stapeln sich, es werden neue Softwares und Programme eingeführt und dein Unternehmen möchte zukünftig noch mehr digitalisieren: Das sind für viele von uns Momente, in denen wir digitalen Stress empfinden. 

Laut Wissenschaftler*innen entsteht digitaler Stress immer dann, wenn beispielsweise der Arbeitsplatz eine Digitalkompetenz erfordert, die Arbeitnehmer*innen nicht leisten können. Jetzt möge man denken, dass sich ältere Menschen davon mehr gestresst fühlen als die jüngere Generation, allerdings ist genau das Gegenteil der Fall. Eine Studie der Hans Böckler Stiftung nahm digitalen Stress unter die Lupe und fand heraus, dass er überraschenderweise bei den 25- bis 34-Jährigen ausgeprägter ist als bei anderen Altersgruppen. Die Studie legte ebenfalls offen, dass Frauen an digitalisierteren Arbeitsplätzen arbeiten würden, sich als kompetenter sähen als Männer und deshalb ein höheres Level an digitalem Stress empfänden.

Gründe, weshalb uns Digitalisierung auf Arbeit überfordern kann  

Die Böckler-Studie hat die Gründe analysiert, weshalb sich Menschen digital unter Stress gesetzt fühlen: 

  • Leistungsüberwachung durch den Arbeitgeber*in. 
  • Eingriff in die Privatsphäre. 
  • Probleme mit digitalen Programmen. 
  • Unterbrechungen durch Meetings und Co. 
  • Informations-Overload. 
  • Das Fehlen wichtiger Programme auf Arbeit. 
  • Verwirrtheit durch ständigen Wechsel von Programmen. 
  • Unsicherheit bezüglich der eigenen Rolle im Unternehmen. 
  • Schwierigkeitsgrad bei der Bedienung der ganzen Technologien. 
  • Dauerhafte Abrufbarkeit, weil Grenzen aus Privat- und Berufsleben  verschwimmen. 
  • Zweifel am Bestand des derzeitigen Jobs aufgrund von digitalen Lösungen. 
  • Fehlende Erfolge, weil man sich nicht mehr im Büro auf die Schulter klopft. 

Was passiert, wenn digitaler Stress überhandnimmt? 

Wie viele Arten von Stress kann auch digitaler Stress krank machen. Das Tückische daran ist, dass er sich subtil anschleicht und wir meistens gar nicht mitkriegen, wie sehr die ganze Bildschirmarbeit und das Scrollen sich auf unser Nervensystem auswirkt. Langfristig kann es zu folgenden Leidensbildern kommen:

  • Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems 
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen 
  • Erkrankungen des Nervensystems  
  • Beschwerden des Verdauungssystems
  • Erschöpfungssyndrom  
  • Innere Unruhe
  • Höhere Reizbarkeit 
  • Weniger Zufriedenheit auf Arbeit 

Tipp 1: Gönne dir bewusst Auszeiten vom Smartphone.

Für die meisten von uns gehört das Smartphone bereits zum Leben dazu wie der rechte Arm. Für viele gilt: Kein Gang aus dem Haus ohne das Handy. Die meisten wachen mit dem Handy auf und schlafen damit ein. Dass sich das langfristig auf Körper, Geist und Seele auswirkt, haben bereits viele Studien bewiesen. 

Umso wichtiger ist es, dir bewusste Pausen vom Telefon zu gönnen. Das geht am einfachsten, wenn du bestimmte Zeiten festlegst, an denen du das Handy bewusst weglegst.

In jedem Smartphone gibt es hierfür Unterstützung in Form von App-Limits oder Auszeiten. So kannst du beispielsweise den Zugang ab 20:00 erschweren und erst, wenn du beginnst zu arbeiten, so um 10:00, wieder aufs Handy schauen. Damit gibst du dir täglich gut 14 Stunden, in denen du nicht am Bildschirm hängst und dein Nervensystem sich entspannen kann. 

Tipp 2: Kommuniziere deine Verfügbarkeiten offen im Kollegium.

Digitalisierung kann schnell dazu führen, dass wir das Gefühl haben, ständig auf allen Kanälen erreichbar sein zu müssen: E-Mail, Telefon, WhatsApp, Slack und Co.

Nur, weil viele von uns Telefon und Laptop besitzen und eventuell noch von zu Hause aus arbeiten, bedeutet das noch lange nicht, dass wir ständig erreichbar sein müssen – den Zahn solltest du Chef*in und Kolleg*innen direkt ziehen.

Beispielsweise spricht nichts dagegen, dass du dir morgens erst einmal Zeit für dich zum Durcharbeiten deiner Aufgaben einräumst und erst ab nachmittags für Meetings zur Verfügung stehst.

Klar – wird es auch einmal Ausnahmen geben dürfen, allerdings stehst du so nicht unter Daueranspannung und kannst dich vormittags ganz auf dich und deine Arbeit konzentrieren.   

Tipp 3: Du musst nicht immer direkt antworten.

Puh – das wird kein einfacher Tipp. Denn, mit den ganzen Messenger-Diensten und der Tatsache, dass wir alle ständig am Handy hängen, kommt die Erwartung, dass man innerhalb weniger Stunden eine Antwort erhält.

Zeit, den Menschen klarzumachen, dass du nicht mehr sofort abrufbar bist. Du kannst dich ja einfach mal darin üben, nicht sofort zu antworten und Kolleg*innen, sofern es nicht dringend ist, einmal etwas warten zu lassen.

Natürlich funktioniert auch das nur gut, wenn du offen kommunizierst. So kannst du das nächste Mal in der Teeküche einfach mal der Kollegin sagen “Hey, ich hoffe, du nimmst es mir nicht übel, wenn ich nicht direkt auf deine E-Mails antworte. Ich räume mir dafür gern Zeit ein und mache das ungern so nebenher.” Wir sind uns sicher, dass du für so viel Ehrlichkeit Respekt ernten wirst und als gutes Beispiel vorangehen kannst.

Tipp 4: Erlaube dir digitalen Detox. 

Hier geht’s um Auszeiten, bei denen du dich über ein längeres Intervall hinweg nicht mit digitalen Inhalten auseinandersetzt. “Wie soll das denn gehen?”, fragst du dich jetzt vielleicht.

Nun, das Wochenende bietet sich dafür gerade nur so an. Wie wäre es, wenn du dein Handy beim langen Herbstspaziergang einfach mal zuhause lässt? Oder aber – richtig verrückt: Du lässt es einmal das ganze Wochenende lang einfach aus?

Allein bei diesem Gedanken werden sich bei vielen von uns schon die Nackenhaare aufstellen, denn – seien wir mal ehrlich – wir sind schon sehr abhängig von diesem Gerät, das wir Smartphone nennen.

Probier’s einfach mal mit kleinen Intervallen von acht bis zwölf Stunden – beispielsweise nachts – und steigere dich dann hoch auf ein paar Tage, zum Beispiel von Freitag bis Sonntag. 

Tipp 5: Schaffe dir Ausgleichs-Rituale. 

Am wichtigsten wird wohl immer mehr werden, dass wir nicht ganz in der Onlinewelt versinken. Was nicht bedeutet, dass wir die Technologie nicht auch nutzen dürfen, um einen positiven Ausgleich zu schaffen.

Wichtig ist einfach nur, dass wir uns immer mal wieder bewusst von E-Mails, Messenger, WhatsApp und Co. distanzieren, um Körper und Geist Ruhepausen zu gönnen. Am besten, du baust täglich Ruhephasen ein, in denen du dich ganz dir widmest. 

Mit unserer Humanoo-App möchten wir dich genau dabei unterstützen. Hier findest du reichlich Ideen und Angebote, um beispielsweise:

  • … deinen Nacken nach einem harten Arbeitstag zu entspannen.
  • … dich bewusst deinem Essen zu widmen und lecker zu kochen. 
  • … dich in deine Sportschuhe zu schmeißen und mit Bewegung den Kopf freizukriegen.
  • … Körper und Geist mit Yoga wieder in Einklang zu bringen.

Du siehst, Technologie kann auch ein großartiger Helfer sein, den wir überall dabei haben, um Ruhepausen einzulegen – vorausgesetzt wir nutzen diese Angebote bewusst für einen Ausgleich, statt uns damit zu überfordern.

Tipp 6: Schaue nach innen statt immer nur nach außen.

In dieser schnelllebig gewordenen Welt tendieren wir dazu immer im Außen zu sein: Wecker klingelt – anziehen – ab zur Arbeit – Meetings – abends Freunde sehen und dann erschöpft ins Bett fallen.

Daraus resultiert, dass wir uns kaum Zeit nehmen, um nach innen zu schauen. Damit meinen wir unseren Körper, unsere Emotionen und unser generelles Wohlbefinden wahrzunehmen. Höher, weiter, schneller und schwupps – sind wir ausgebrannt. Technologie kann ein gutes Tool sein, um dich von deinem inneren Zustand abzulenken.

Nach innen zu schauen, wird dir dabei helfen, rote Flaggen zu sehen und zu identifizieren, wann es für dein System einmal zu viel wird. Bleibt die Frage: Wie funktioniert dieses “Nach-Innen-Schauen”?

In unserer Humanoo-App findest du zahlreiche Meditationskurse und Achtsamkeitsprogramme, um dich mit deiner inneren Welt vertraut zu machen. So kannst du das Außen einfach mal auf “Pause” stellen und dich dir selbst zuwenden. 

Na, wie gehst du zukünftig mit digitalem Stress um? 

Wir hoffen, dass wir dir mit diesem Artikel Mut machen konnten, digitalem Stress zukünftig mit bewusst gesetzten Grenzen zu begegnen und dir im Alltag immer wieder Auszeiten zu gönnen, um dein Nervensystem zu beruhigen. 

Auch hier heißt es wieder: Sei gnädig mit dir, wenn es nicht gleich sofort super funktioniert. Denn, wie so vieles im Leben ist auch das ein Prozess, der seine Zeit und kontinuierliche Übung braucht, um zu einer neu geformten Gewohnheit zu werden. 

Wir hoffen, dass wir dich mit unseren Angeboten dabei unterstützen und so zu einem achtsamen Leben inspirieren dürfen.

Dein Humanoo-Team 

Written by Karina Schönberger

Originally published on 20. September 2021

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