Sauerkraut klingt nicht gerade nach einem Trend? Zugegeben, aber fermentierte Lebensmittel sind gefragt und das nicht ohne Grund. HUMANOO erklärt dir, welche positiven Auswirkungen Kefir, Kimchi und Co. für die Gesundheit haben.

Das Fermentieren blickt bereits auf eine lange Vergangenheit zurück und erlebt gerade einen neuen Aufschwung. Nach dem Trocknen ist das Fermentieren die älteste Art der Konservierung. Doch was passiert beim Fermentieren? Damit ist ein natürlicher Vorgang der Gärung ohne die Zugabe von Sauerstoff gemeint. Durch Mikroorganismen wie Pilze oder Bakterien entsteht nach und nach ein saures Milieu, das schädlichen Keimen keine Chance lässt. Die Lebensmittel verderben durch diesen Prozess nicht und werden länger haltbar gemacht.

Die Bakterien und Pilze müssen beim Start der Fermentierung nicht zwangsläufig hinzugegeben werden. Viele Lebensmittel tragen sie bereits auf ihrer Oberfläche. Dazu gehören beispielsweise Milchsäurebakterien.

Was ist der Vorteil des Fermentierens?

Fermentierte Lebensmittel sind nicht nur länger haltbar, sie sind durch den Gärungsprozess auch besser verdaulich. Denn es entstehen probiotische Milchsäurebakterien, die die Darmflora (Mikrobiom) positiv beeinflussen. Der Magen- und Darmtrakt ist beim Essen ständig damit beschäftigt die Lebensmittel in kleine Einzelteile zu zersetzen. Fermentierte Lebensmittel gelten als “vorverdaut” und erleichtern deswegen die Verdauung. Gerade für Menschen, die häufiger Beschwerden mit Blähungen haben, können fermentierte Lebensmittel dem positiv entgegenwirken.

Ein weiterer Vorteil: Fermentierte Lebensmittel sind durch den natürlichen Gärungsprozess frei von Konservierungs- und Zusatzstoffen.

Welche Lebensmittel eignen sich zum Fermentieren?

Der Liste der Lebensmittel, die du fermentieren kannst, ist nahezu kein Ende gesetzt. Dennoch gibt es einige Gemüse, die sich dafür besser eignen. Das sind vor allem feste Gemüsesorten wie Karotten, jegliche Kohlsorten, Fenchel, Radieschen, Rettich, Sellerie, Lauch, Pak-Choi, Kürbis, Paprika oder Rote Bete. Am besten schaust du, welches Gemüse du saisonal auf dem Markt findest und probierst dich daran.

Nicht nur feste Nahrung, auch Getränke können fermentiert sein. Dazu gehört beispielsweise Kefir aus Milch und Kombucha, das aus fermentiertem gesüßten Tee besteht.

So kannst du selbst fermentieren:

In fermentierten Lebensmitteln, die du kaufen kannst wie beispielsweise Sauerkraut stecken nicht mehr so viele Nährstoffe wie in selbstgemachtem. Die gute Nachricht: Fermentieren funktioniert ganz einfach und du brauchst kaum Dinge dafür. Alles was du benötigst, ist ein Gemüse deiner Wahl, ein Einweckglas mit Deckel, Salz und etwas Wasser. Das Salz wandelt während des Gärungsprozesses Zucker in Milchsäure um und verhindert so das Verfaulen. Wie genau du das Obst oder Gemüse behandeln musst, solltest du in jeweiligen Rezepten nachlesen.

Sauerkraut selber machen – so funktioniert’s:

Das Fermentieren wirklich kinderleicht ist, zeigt sich beim Sauerkraut. Als erstes solltest du dein Gefäß mit heißem Wasser ausspülen. Dann schneidest du den Weißkohl in streifen, gibst ihn in eine große Schüssel und bestreust ihn mit Salz und den gewünschten Gewürzen. Zu Sauerkraut passen Kümmel, Wacholder und Lorbeer gut. Dann verknetest du das Ganze gut mit den Händen. Jetzt müsste bereits ein Saft entstehen.

Wenn sich bereits einiges an Saft gebildet hat, füllst du den Kohl in deine Gläser, drückst ihn zusammen und bedeckst ihn mit dem Saft. Nun deckst du das Glas mit Frischhaltefolie oder einem Dichtungsring ab und verschließt es gut. Für die Gärung sollten die Gläser zwei bis drei Tage bei Zimmertemperatur lagern. Da unangenehm riechende Gase entstehen können, eignet sich ein Vorratsschrank gut. Danach kann das Sauerkraut in einem kühlen Ort wie dem Keller zwei Wochen weiterziehen. Nun kannst du es entweder genießen oder lagern.

Fermentieren funktioniert zwar leicht, braucht aber Zeit. Deswegen eignen sich vor allem Lebensmittel, die du gerne auf Vorrat hast. HUMANOO wünscht dir viel Spaß beim Fermentieren!

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