Die Maßnahmen der Regierung zur Eindämmung des Coronavirus haben nicht nur großen Einfluss auf unser öffentliches Leben und unser Berufsleben, sondern stellen für viele Menschen auch zunehmend eine Herausforderung für ihre Familien, ihre Beziehungen und ihr seelisches Wohl dar.

Zwar betrifft das Virus in erster Linie den Körper, doch die zunehmende Isolation durch das Meiden sozialer Kontakte hat für viele Menschen auch psychosoziale Folgen. Der Quarantäne-Zustand und das vielerorts bereits eingeführte Ausgehverbot verunsichern viele Menschen und führen in manchen Fällen zu Angstzuständen, Depressionen und Schlafproblemen. Das ist völlig normal, wenn man bedenkt, dass immer mehr Menschen angesichts der aktuellen Lage vermehrt lernen müssen mit Emotionen wie Panik, Schock, Verwirrung, Wut, Trauer, Schuld und Hilflosigkeit umzugehen.

Womöglich gehörst du zu den Menschen, die die häusliche Isolation bereits nutzen, um vermehrt auf ihre Gesundheit zu achten – vielleicht hast du eine Möglichkeit zu Hause Sport zu treiben und achtest jetzt mehr denn je auf eine ausgewogene Ernährung. Es ist jedoch ratsam, dass du in Zeiten wie diesen auch vermehrt auf deine seelische Gesundheit Acht gibst.

Wir haben ein paar Empfehlungen für dich, wie du eine positive Lebensperspektive aufrecht erhältst und deine mentale Gesundheit unterstützen kannst.

1. Nachrichten-Konsum

Achte darauf Nachrichten und Informationen über die Verbreitung des Coronavirus möglichst aus seriösen und vertrauenswürdigen Quellen zu konsumieren – dies sind z.B. das Robert-Koch-Institut, die Weltgesundheitsorganisation (WHO), Ministerien sowie Gesundheitsämter. Setze dir außerdem ein bewusstes Limit für deine Mediennutzung pro Tag. Sich regelmäßig zu informieren ist ratsam, doch das ständige Updaten mit Neuigkeiten kann uns auch maßlos überfordern. Es hilft bestimmte Benachrichtigungen auf dem Handy stumm zu schalten und bewusste Pausen einzulegen, sodass du dich auf deinen eigenen Alltag konzentrieren kannst.

2. Routinen einhalten

Die neue Situation muss für dich keinen negativen Ausnahmezustand zur Folge haben. Selbstfürsorge bedeutet auch deine bisherigen Routinen so gut es geht einzuhalten. Viele Fitness- oder Yoga Übungen lassen sich ideal von zu Hause ausführen und auch frisches Obst und Gemüse sind nach wie vor erhältlich, um eine gesunde Ernährung zu ermöglichen. Versuche auch deinen Schlafrhythmus weiterhin einzuhalten, damit du morgens motiviert in den Tag starten kannst. Mach Dinge, die du auch sonst genießt – nur eben drinnen.

3. Bleib in Kontakt und biete Unterstützung an

Wenn auch nur virtuell, tut es trotzdem gut mit Freunden und Bekannten sowie der Familie in Kontakt zu bleiben, um mit ihnen über deine Ängste, Sorgen und Gefühle zu sprechen. Nicht nur wer alleine wohnt, freut sich jetzt über jegliche Art von Gesellschaft und Fürsorge. Biete sie also denjenigen an, die sie nötig haben und auch du wirst merken, dass es dir danach besser gehen wird. Ein Video Call hier oder eine liebe SMS- oder Whatsapp-Nachricht dort können Wunder bewirken und schaffen echte Nähe. Und mit etwas Glück schafft ihr es vielleicht auch mal euch 10 Minuten über etwas anderes als Corona zu unterhalten.

4. Sei produktiv und sei bestens unterhalten

Versuche diese noch nie dagewesene Situation als Chance zu betrachten, Dinge zu erledigen, für die du sonst nie die Ruhe hattest. Egal ob du dich fürs Programmieren interessiert, Chinesisch oder Gitarre lernen willst, Kuchen backen, ein Buch schreiben oder einen Frühjahrsputz starten möchtest – jetzt ist die Gelegenheit kreativ zu werden. Genauso kannst du momentan auch von der Kreativität anderer profitieren. Menschen auf der ganzen Welt lassen sich derzeit ziemlich spannende Dinge einfallen, um sich gegenseitig zu motivieren, zum Lachen zu bringen oder einfach nur zu unterhalten. Zahlreiche Live-Konzerte, virtuelle Museumsbesuche, temporäre kostenlose Zugänge zu diversen Online Kursen und Medienangeboten – du hast die Wahl.

5. Trost und Zuversicht, trotz berechtigter Sorgen

Bei all den besorgniserregenden Nachrichten und teils auch berechtigten Ängsten solltest du nicht vergessen, dass es hin und wieder auch gute Neuigkeiten gibt, die uns zuversichtlich stimmen dürfen. So gibt es beispielsweise viele positive Nachrichten von Menschen, die an Covid-19 erkrankt waren und mittlerweile wieder genesen sind. Auch auf gesellschaftlicher Ebene bietet sich mehr denn je die Chance bisherige Verfahrensweisen genauer zu hinterfragen – generell ist dies eine Zeit für Reflexion und positive Veränderungen, die teilweise schon jetzt sichtbar werden. Sollte dich die Angst in der einen oder anderen Situation jedoch nicht loslassen, versuche eine Vertrauensperson zu erreichen oder kontaktiere alternativ die Seelsorge oder spezielle Notrufnummern, um bewusst über deine Ängste zu sprechen. Professionelle Hilfe ist zahlreich vorhanden und auch jetzt, trotz Coronavirus, rund um die Uhr verfügbar. Mehr Informationen findest du beispielsweise unter https://www.telefonseelsorge.de/ oder https://www.nummergegenkummer.de/

Loading cart ⌛️ ...