Faszien – versteckte Beschwerden erfolgreich behandeln

Christoph Pogoretschnik

Die Arbeit mit Faszien ist in der Medizin Trend geworden. Denn sie gelten als Ursache für eine Vielzahl von Beschwerden. HUMANOO erklärt dir, was Faszien überhaupt sind, wann sie schmerzen und mit welchen Übungen du Beschwerden behandeln kannst.

Hinter Schmerzen versteckt sich oft eine Verspannung oder ein verklebtes Fasziengewebe. Mit ein paar Übungen verbessern sich diese Beschwerden schnell. Doch zunächst müssen wir erst einmal verstehen, was Faszien überhaupt sind.

Was sind Faszien?

Im Gegensatz zu Muskeln sind Faszien vielen Menschen unbekannt. Sie sind das Bindegewebe, das die Muskeln, Knochen und Organe umhüllt und voneinander abtrennt. Sie bestehen aus Eiweiß, Kollagen und Wasser. Das Bindegewebe ist nicht nur Füllmaterial, sondern ein Organ und erfüllt eigene Aufgaben. Die milchig-weißen Stränge formen den Körper, sind aber ebenso mit Nervenendigungen, Schmerz- und Bewegungssensoren versehen. Faszien ziehen sich zusammen und übernehmen die Kraftübertragung von Muskel zu Muskel. Sie sind der wichtigste Bestandteil für die Kooperation zwischen einzelnen Muskeln.

Es gibt drei Arten von Faszien. Die obersten liegen direkt unter der Haut. Die darunter liegenden umspannen die Muskulatur und trennen tiefer liegende Gewebe voneinander. Diese Faszie gibt dem Muskel halt und verleiht ihm eine Art Gleitschicht, damit er sich frei bewegen kann. Die tiefste Faszienart umspannt die Organe. Bei Myofaszialer Therapie dreht sich die Behandlung um die Faszienstruktur – somit um die mittlere Faszienart.

Faszien werden sowohl bei Schmerzen als auch bei Beweglichkeitseinschränkungen behandelt. Im Vordergrund der Behandlung steht dabei das Zusammenspiel von Faszie und Muskulatur.

Wann schmerzen Faszien?

Leider sind Faszien oft der Grund für Rückenschmerzen oder Verspannungen. Häufig werden Schmerzen dabei den Muskeln zugeschrieben. Diese sind oft jedoch nicht Auslöser der Schmerzen. Oft entstehen diese durch eine Verkürzung oder Verklebung des Fasziengewebes.

Durch falsche Bewegungen, Bewegungsmangel, einseitige Belastung und sogar durch psychischen Stress zieht sich das Bindegewebe der Muskeln zusammen und verhärtet sich. Die Folge sind Verspannungen, eingeschränkter Bewegungsspielraum der Muskulatur, Schmerzen oder Risse in den Faszien, die zu Verkrampfungen führen und in Schmerzen resultieren.

Um das Aussehen einer Faszie besser zu veranschaulichen, kannst du sie dir bildlich wie eine Plastiktüte vorstellen in der ein Muskel liegt. Im Normalfall ist diese Plastiktüte schön glatt. Dadurch kann sich der Muskel problemlos bewegen. Die Tüte bietet dann das perfekte Bewegungsausmaß und keine Berührungspunkte zu anderen Muskeln. Dadurch wird der Muskel geschützt. Anders sieht das aus, wenn die Tüte verknittert ist. Der Muskel kann sich dann nicht mehr frei bewegen und entfalten. Das führt zu einer Beweglichkeitseinschränkung und Schmerzen.

Genau diese Verknitterung der Faszie muss bei einer Behandlung wieder gelöst werden.

Behandlung mit dem Faszienball

Mit einem gezielten Faszientraining sorgst du dafür, dass dein Bindegewebe elastisch bleibt und beugst späteren Beschwerden vor. Wenn die Faszien bereits verhärtet oder verklebt sind, kannst du sie mit einem Training oder einer Massage wieder lockern. Keine Sorge, das Training ist nicht schweißtreibend und es reichen bereits zehn Minuten, zwei-, dreimal die Woche.

Alles, was du brauchst ist dein HUMANOO Faszienball. Du legst den Ball unter die verhärtete Stelle und rollst in langsamen Bewegungen darüber – eine Art Eigenmassage. Durch genügend Druck beim Rollen eines Körperteils über dem Ball werden die Verklebungen des Fasziengewebes gelöst. Dadurch wird die “verknitterte Plastiktüte” wieder schön glatt gebügelt.

Je nachdem, wie stark verhärtet deine Faszien sind, kann das etwas schmerzhaft sein. Dabei kann die Bewegung anfangs schmerzen, weil der Muskel nicht daran gewöhnt ist. Doch umso öfter du die Übung wiederholst, desto weicher wird das Gewebe und du hast keine Schmerzen mehr, wenn du den Faszienball ansetzt. Dein Bindegewebe und die Muskulatur soll gut durchgewalkt werden.

Vorsorge statt Nachsehen – auch beim Einschlafen!

Neben Übungen mit dem HUMANOO Ball sind auch Yoga und Pilates ein effektives Training für deine Faszien. Beide Aktivitäten dehnen das Bindegewebe. Übungen für deine Faszien kannst du auch einfach abends nach einem anstrengenden Tag machen. Das sorgt darüber hinaus für eine entspannte Nacht! Wer gut gedehnt und entspannt ist, schläft später auch besser ein und durch.