Die Daten der gesetzlichen Krankenkassen belegen, dass in den letzten zehn Jahren Arbeitsausfälle durch psychische Beschwerden um 80 Prozent gestiegen sind. Psychische Beschwerden sind somit nun der zweithäufigste Grund für Krankschreibungen. 

Stress und Burnout sind Begriffe, die immer häufiger in deutschen Unternehmen verwendet werden. Laut aktuellem TK Gesundheitsreport bildeten psychische Störungen im Jahr 2018 erstmals die bedeutsamste Erkrankungsgruppe in Hinblick auf Fehlzeiten. Dabei ist der Stressfaktor Nummer Eins der Beruf. Eine ernstzunehmende Entwicklung, auf die Arbeitgeber reagieren müssen. Aber was versteht man unter dem Begriff “psychisch krank”?

Was heißt psychisch krank? 

Burnout, Depression und Angststörungen gehören zu den häufigsten seelischen Beschwerden. Oft gehen sie für den Betroffenen mit Leid, Angst und Verunsicherung einher. Die Ursachen können in der Person selbst liegen, aber auch im privaten und beruflichen Umfeld. Laut der Techniker Krankenkasse hatte jeder fünfte Erwachsene in Deutschland in den letzten drei Jahren seelische Beschwerden. Am Arbeitsplatz können diese durch Stress ausgelöst oder verschlimmert werden. Dabei sind die Top-Stressoren zu viel Arbeit, Termindruck und Unterbrechungen. Das hat unter anderem eine negative Auswirkung auf die Qualität der Arbeit und die Leistungsfähigkeit. Andere wichtige Stressfaktoren sind mangelnde Anerkennung, Informationsüberflutung und zu wenig Handlungsspielraum. Vier von zehn Beschäftigten fühlen sich dadurch abgearbeitet und verbraucht.

Trotz neuer Ansätze wie New Work, bei denen es darum geht Mitarbeitern u.a. durch Home Office-Tage mehr Flexibilität und Handlungsfreiheit zu bieten, sinkt die psychische Belastung nicht zwangsläufig. Zwar können Mitarbeiter selbständiger planen und konzentrierter arbeiten, doch birgt dies auch Nachteile, da Grenzen zwischen Job und Privatleben zunehmend verschwimmen. Entgrenztes Arbeiten gesundheitsgerecht zu gestalten schafft demnach neue Herausforderungen. Arbeitgeber sollten daher einmal mehr auf moderne betriebliche Gesundheitsmaßnahmen setzen, um Mitarbeiter zu entlasten. Doch was kann konkret gegen die häufige Stressbelastung und die daraus folgenden Erkrankungen unternommen werden?

Maßnahmen gegen psychische Belastung

Seit 2013 fordert das Arbeitsschutzgesetz die Berücksichtigung der psychischen Belastung in der Gefährdungsbeurteilung. Das heißt: Alle Arbeitgeber sind verpflichtet die Arbeitsbedingungen in ihrem Unternehmen zu untersuchen mit dem Ziel, arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren vorzubeugen. Dazu gehört auch die psychische Belastung am Arbeitsplatz.

Die psychische Belastung wird an mehreren Faktoren gemessen. Erstens, an der Arbeitsaufgabe: inwiefern die Beschäftigten ihre Tätigkeiten nicht nur ausführen, sondern auch selbstständig organisieren und kontrollieren können sowie der Handlungsspielraum, die Anforderungs- und Aufgabenvielfalt und die Verantwortung für eigene Tätigkeiten. Zweitens, an der Arbeitsorganisation, was die Arbeitszeit und den Arbeitsablauf umfasst: wie lange arbeiten die Beschäftigten? Unter wie viel Zeitdruck stehen sie? Werden sie ständig unterbrochen? Wie läuft die Kommunikation? Drittens wird die psychische Belastung mithilfe der Arbeitsumgebung erfasst: die Beleuchtung, die Geräuschkulisse, das Klima am Arbeitsplatz, aber auch die ergonomische Gestaltung der Arbeit und der Arbeitsmittel. Letztens werden die sozialen Beziehungen zu den Kollegen und zu den Vorgesetzten in Betracht gezogen.

Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung wird mit Mitarbeitern und Fachpersonen in Workshops, Mitarbeiterbefragungen und Beobachtungsinterviews durchgeführt. Dabei werden die Arbeitsbereiche und Tätigkeiten festgelegt, die psychische Belastung erfasst und beurteilt, Maßnahmen entwickelt und durchgesetzt und schließlich die Wirksamkeit der umgesetzten Maßnahmen kontrolliert. So werden psychische Belastungen am Arbeitsplatz reduziert und eventuellen Erkrankungen wie Burnout und Depression vorgebeugt.

Gesundheitsförderung lohnt sich

Unternehmen, in denen neben Engagement und Leistung auch die Gesundheit gefördert wird, zeichnen sich durch drei Faktoren aus:

1. Die Mitarbeiter haben viel Handlungsspielraum und Autonomie in ihren Aufgaben.
2. Sie erhalten soziale Unterstützung von Kollegen und Vorgesetzten.
3. Sie finden das Verhältnis zwischen ihrem Engagement und der Anerkennung des Engagements angemessen.

Die psychische Gesundheit ist für die persönliche Entfaltung im Beruf sowie im Privatleben wichtig. Sie ist essenziell für die Überwindung von schwierigen Situationen und bringt einen tiefen Glauben an den eigenen Selbstwert mit sich. Mitarbeiter fühlen sich psychisch gesund, wenn sie Freude an der Arbeit finden und stolz auf ihre eigenen Erfolge sind. Somit ist die psychische Gesundheit eine der Grundlagen des modernen Arbeitslebens.

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Quellenangaben: 

Die Techniker (2019): “Gesundheitsreport 2019 – Arbeitsunfähigkeiten”
https://www.tk.de/resource/blob/2060908/b719879a6b6ca54c1f2ec600985fb616/gesundheitsreport-au-2019-data.pdf

Wissenschaftliches Institut der AOK (2019): “Fehlzeiten-Report 2019, Digitalisierung – gesundes Arbeiten ermöglichen”
https://www.wido.de/publikationen-produkte/buchreihen/fehlzeiten-report/2019/?L=0%20BKK  

Dachverband und Familien-Selbsthilfe Psychiatrie/BApK e.V. (2015): “Psychisch krank im Job – was tun?”
https://www.bkk-dachverband.de/fileadmin/user_upload/BKK_Dach_Broschure_Psychisch_FINALE_WEBDATEI_alles.pdf 

 

 

 

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